Datenleck, Estée

Datenleck Estée Lauder: GehÀlter und Krankenakten zehn Monate lang gestohlen

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

EstĂ©e Lauder bestĂ€tigt monatelangen Datendiebstahl ĂŒber Oracle-LĂŒcke. Angreifer erbeuteten sensible Mitarbeiterdaten inklusive GehĂ€lter und medizinischer Angaben.

Estée Lauder: Datenabfluss bei HR-Systemen nach monatelangem Angriff
Modernes Serverraum-Ambiente mit leuchtenden Datenkabeln als Symbol fĂŒr einen digitalen Sicherheitsvorfall und Datenschutz. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Kosmetikkonzern EstĂ©e Lauder hat den Abfluss umfangreicher Mitarbeiterdaten bestĂ€tigt. Angreifer nutzten eine SicherheitslĂŒcke in der Oracle E-Business Suite aus – und blieben fast ein Jahr lang unentdeckt. Betroffen sind neben Identifikationsmerkmalen auch medizinische Daten und Gehaltsinformationen.

Angriff ĂŒber bekannte SicherheitslĂŒcke

Anfang August 2026 wurde bekannt, dass Unbekannte Zugriff auf das Intranet und die Personalverwaltung von EstĂ©e Lauder erlangt haben. Das Unternehmen bestĂ€tigte, dass eine bekannte Schwachstelle in der Oracle E-Business Suite (EBS) als Einstiegspunkt diente. Die genaue Zahl der weltweit betroffenen Mitarbeiter steht noch nicht fest – die Untersuchungen laufen.

Die Kompromittierung begann bereits im SpĂ€tsommer 2025. Erste unbefugte Zugriffe datieren auf den 9. August 2025, entdeckt wurde der Vorfall jedoch erst am 19. Juni 2026. Über zehn Monate hatten die Angreifer damit potenziellen Zugriff auf die HR-Datenbanken des Konzerns.

Sicherheitspatch lag seit Oktober 2025 vor

Technischer Hintergrund ist die Schwachstelle CVE-2025-61882 in der Oracle-Software. Kritisch: Seit dem 4. Oktober 2025 existierte ein offizieller Patch des Herstellers – offenbar wurde er in den betroffenen Systemen nicht rechtzeitig eingespielt. Sicherheitsexperten bringen den Angriff mit der Gruppe Cl0p in Verbindung, die bereits mehrfach durch großflĂ€chige DatendiebstĂ€hle auffiel.

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Das Ausmaß ist erheblich. Neben Namen, Adressen und E-Mail-Kontakten erbeuteten die Angreifer auch Sozialversicherungsnummern, Passnummern und Bankverbindungen der Angestellten.

Besonders brisant: Auch medizinische Daten sowie detaillierte Gehalts- und Leistungsberichte sind betroffen. Diese Informationen genießen arbeitsrechtlich einen besonderen Schutzstatus. EstĂ©e Lauder bietet den GeschĂ€digten einen IdentitĂ€tsschutzdienst von Kroll an – fĂŒr 24 Monate, bis Ende Oktober 2026.

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Oracle mit Rekord-Patchday

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Sicherheitsmeldungen um Oracle-Produkte ein. Ende Juli 2026 veröffentlichte der Hersteller einen Rekord-Patchday mit insgesamt 1.449 geschlossenen LĂŒcken – 410 davon betrafen die E-Business Suite. Neun Schwachstellen wiesen die höchste KritikalitĂ€tsstufe CVSS 10.0 auf.

Die Sicherheitsorganisation Shadowserver warnt derweil vor einer weiteren kritischen LĂŒcke: CVE-2026-46817 in Oracle Payments. Seit Ende Juni 2026 werden aktive Exploit-Versuche beobachtet. Rund 950 Instanzen dieser Software sind weltweit noch ungeschĂŒtzt ĂŒber das Internet erreichbar. Unternehmen sollten ihre Systeme umgehend prĂŒfen und Updates einspielen – bevor die nĂ€chste Datenschleuder zuschlĂ€gt.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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