Dax, MDax

Dax drosselt AbwÀrtstempo - Sorgen bleiben

27.09.2023 - 18:01:03

Der Dax hat zur Wochenmitte das Tempo seiner jĂŒngsten Talfahrt gedrosselt. Nach Verlusten von knapp zwei Prozent allein in den vergangenen beiden Handelstagen schloss der deutsche Leitindex am Mittwochabend 0,25 Prozent niedriger bei 15.217,45 Punkten. Es bleibt das tiefste Niveau seit Ende MĂ€rz.

Die Sorgen um noch lÀnger hohe Zinsen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft hatten den Investoren in den vergangenen Tagen sÀmtliche Kauflaune ausgetrieben. Dagegen verlief der Handel am Mittwoch in recht ruhigen Bahnen verlaufen.

Auch der MDax der mittelgroßen Werte baute seine Verluste auf dem tags zuvor erreichten tiefsten Niveau seit Anfang Januar kaum noch weiter aus - er ging mit minus 0,18 Prozent bei 25.628,75 ZĂ€hlern aus dem Handel.

Auf europĂ€ischer BĂŒhne konnte sich der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 nach den jĂŒngsten Verlusten zumindest stabilisieren, er legte um 0,06 Prozent auf 4131,68 Punkte zu. Der französische Cac 40 verlor 0,03 Prozent auf 7071,79 Punkte. Beim britischen FTSE 100 stand ein Abschlag von 0,43 Prozent auf 7593,22 ZĂ€hler zu Buche. In New York sank der Dow Jones Industrial zum europĂ€ischen Handelsschluss um 0,4 Prozent.

Angesichts der schleppenden Erholung in China, der Aussicht auf eine Rezession in Europa und der weiterhin restriktiven Notenbankpolitik in den USA scheine es den Anlegern schwer zu fallen, Positives zu sehen, kommentierte Craig Erlam vom Broker Oanda.

Hierzulande zogen an der Dax-Spitze die Anteilscheine des Industriekonzerns Siemens um 3,3 Prozent an. «Keine Nachrichten sind gute Nachrichten», so fasste JPMorgan-Analyst Andrew Wilson seinen letzten Unternehmenskontakt vor dem Quartalsbericht zusammen. Es gebe keine verĂ€nderten Signale, nicht zu dem GeschĂ€ft, nicht zu den Branchentrends und auch nicht zu den Aussichten. Dies hĂ€lt Wilson gerade angesichts der jĂŒngsten Kursverluste fĂŒr eine durchaus wichtige Nachricht.

Die Aktien von Kion hatten im MDax mit einem Plus von fast vier Prozent die Nase vorn. Der Analyst Sven Weier von der Bank UBS hĂ€lt bei dem Staplerkonzern die erste Phase der Wende zum Positiven fĂŒr anscheinend fast abgeschlossen. Im nĂ€chsten Schritt mĂŒsse die Auftragsdynamik anziehen, gerade im GeschĂ€ft mit automatisierten Lagersystemen.

Im Nebenwerteindex SDax schnellten die Papiere von KWS Saat um knapp fĂŒnfeinhalb Prozent nach oben. Wegen guter GeschĂ€fte in allen Segmenten ĂŒbertraf der Saatguthersteller die Erwartungen fĂŒr das abgelaufene GeschĂ€ftsjahr. Auch der Ausblick ĂŒberraschte positiv.

Der Euro blieb angeschlagen und wurde zuletzt mit 1,0505 US-Dollar nahe dem zuvor erreichten Tief seit Januar gehandelt. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0536 (Dienstag: 1,0605) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9491 (0,9429) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,82 Prozent am Vortag auf 2,80 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 122,71 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,26 Prozent auf 128,45 ZĂ€hler.

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