Dax

Dax fĂ€llt leicht zurĂŒck

07.06.2024 - 18:22:45

Ein ĂŒberraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag wenig bewegt. Der bereits im frĂŒhen Handel schwĂ€cher tendierende Dax fiel zwar direkt nach den Daten auf sein Tagestief, erholte sich aber relativ rasch und dĂ€mmte die Verluste im spĂ€ten Handel etwas ein. Letztlich verlor der Leitindex 0,51 Prozent auf 18.557,27 Punkte und verbuchte damit einen Wochengewinn von rund 0,3 Prozent. Der MDax mit den mittelgroßen Werten schloss am Freitag 0,62 Prozent tiefer bei 26.861,07 ZĂ€hlern.

Die US-Wirtschaft schuf im Mai deutlich mehr ArbeitsplĂ€tze als erwartet. Zudem beschleunigte sich das Lohnwachstum deutlich. Allerdings erhöhte sich auch die Arbeitslosenquote ĂŒberraschend um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent.

Nach Aussage von Thomas Altmann, Analyst bei QC Partners, sendet der Arbeitsmarktbericht gemischte Signale: «Diese Kombination aus ĂŒberwiegend robustem Arbeitsmarkt und gleichzeitig hohem Lohnwachstum könnte die Fed noch lĂ€nger von Zinssenkungen abhalten.» Sollte dieser Trend anhalten, könnten Anleger durchaus bis Dezember auf einen ersten US-Zinsschritt warten mĂŒssen, statt der bisher erwarteten Senkung im September, ergĂ€nzte der Marktexperte.

Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) hatte bereits am Vortag erstmals seit 2019 die Zinsen gesenkt und damit die Erwartungen am Markt erfĂŒllt. «Das Überraschungspotenzial war gering und somit verwundert es auch nicht, dass die Anleger den - wenn auch historischen Schritt - einer Zinssenkung vor der Federal Reserve lediglich mit einem Schulterzucken quittierten», kommentierte JĂŒrgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Konkrete Aussagen zum weiteren Zinspfad blieben aus.

Auch an den wichtigsten europĂ€ischen Börsen ging es zum Wochenschluss nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,35 Prozent auf 5051,31 Punkte. Der Cac 40 in Paris und der FTSE 100 in London bĂŒĂŸten jeweils rund 0,5 Prozent ein. In den USA notierte der Dow Jones Industrial zum europĂ€ischen Börsenschluss etwa 0,2 Prozent höher.

Nachdem die Immobilienwerte bereits nach der Zinsentscheidung der EZB unter Druck geraten waren, setzte sich die Talfahrt weiter fort. Morgan-Stanley-Analyst Bart Gysens sieht nach der Zinssenkung zunĂ€chst kaum Chancen auf weitere Kurstreiber. Er stufte Vonovia auf "Underweight" ab und strich fĂŒr LEG seine Kaufempfehlung. Vonovia verloren am Dax-Ende 7,2 Prozent, LEG rutschten im MDax um 5,0 Prozent ab. In der Folge ging es dort auch fĂŒr Aroundtown und TAG klar abwĂ€rts.

Die Infineon-Papiere profitierten dagegen von einem positiven Analystenkommentar und stieg an der Dax-Spitze um 3,7 Prozent. Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas erhöhte ihr Kursziel fĂŒr den Halbleiterkonzern auf 53 Euro und sieht damit noch mehr als 40 Prozent Kurspotenzial.

Bei Airbus nahmen die Sorgen mit Blick auf das Auslieferungsziel zu, die Aktien sackten um 2,2 Prozent ab. Der weltgrĂ¶ĂŸte Flugzeugbauer hatte im Mai nur 53 Passagierjets an seine Kunden ausgeliefert. Nach fĂŒnf Monaten hat der Dax-Konzern noch nicht einmal ein Drittel seines Jahresziels von rund 800 Maschinen erreicht.

Am Devisenmarkt fiel der Euro nach den US-Jobdaten deutlich zurĂŒck und notierte zuletzt bei 1,0804 US-Dollar. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0898 Dollar festgelegt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 2,59 Prozent am Vortag auf 2,64 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,29 Prozent auf 123,83 Punkte. Der Bund-Future gab zuletzt um 0,10 Prozent auf 130,53 ZĂ€hler nach.

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