Dax krönt Wochenausklang mit Rekordhoch
23.02.2024 - 19:11:04 | dpa.deZum Ausklang einer starken Börsenwoche hat der Dax am Freitag ein weiteres Hoch erklommen. Der anhaltende Hype um KĂŒnstliche Intelligenz (KI) und starke Quartalszahlen von Nvidia zur Wochenmitte hallten weiter nach. Nach einer zunĂ€chst gemĂ€chlichen ersten HandelshĂ€lfte sorgten ab dem Nachmittag abermals rekordhohe US-Börsen fĂŒr neuen Schub auch hierzulande.
Mit einer Bestmarke von 17.443 ZĂ€hlern kletterte der deutsche Leitindex wenige Punkte ĂŒber das erst am Vortag erreichte Niveau, zum Handelsschluss betrug das Plus noch 0,28 Prozent auf 17.419,33 Punkte. Damit belĂ€uft sich die Wochenbilanz im Leitindex auf knapp 1,8 Prozent - der höchste Gewinn seit Ende Januar. Der MDax der mittelgroĂen Werte verlor hingegen 0,38 Prozent auf 25.999,48 Punkte, hier belasteten hohe Kursverluste beim RĂŒstungskonzern Hensoldt.
Konstantin Oldenburger vom CMC Markets rechnet mit einer Fortsetzung der Gewinnstrecke: «Der Dax nimmt Kurs auf sein nĂ€chstes Zwischenziel, die 17.500er Marke. Er nutzt wie aus dem charttechnischen Lehrbuch damit das Fundament, das er in einer wochenlangen Konsolidierung um die 17.000 Punkte gebaut hat, als Sprungbrett fĂŒr die nĂ€chste Schallmauer mit der Zahl 18 vor dem Tausenderpunkt.» Der Experte warnte aber auch vor der groĂen Diskrepanz «zwischen der wirtschaftlichen RealitĂ€t in Deutschland» und einem Aktienmarkt auf Rekordniveau. «FĂŒr den Moment aber schiebt der anhaltende Enthusiasmus fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz die Börse nach oben.»
Hierzulande zogen zum Wochenausklang die Quartalsberichte der Dax-Schwergewichte Allianz, BASF und Deutsche Telekom die Aufmerksamkeit auf sich - alle drei Werte gaben nach, zum Teil deutlich. Dem standen erneut Kursgewinne vor allem im Autosektor gegenĂŒber - mit bis zu 1,85 Prozent fĂŒr die Porsche AG. Spitzenreiter im Leitindex war Rheinmetall mit einem Plus von gut 2,1 Prozent. Hier ging der Rekordlauf weiter.
Allianz-Papiere verloren nach der Zahlenvorlage mehr als drei Prozent. HĂ€ndler erklĂ€rten dies mit Gewinnmitnahmen nach dem seit Monaten starken Lauf. Ăber 250 Euro war der Kurs des Versicherers zuletzt auf einem Hoch seit mehr als 20 Jahren angekommen. BASF-Anteile sanken um rund ein halbes Prozent. Der Ausblick des Chemiekonzerns auf den Finanzmittelzufluss enttĂ€usche und setze ein Fragezeichen hinter die Höhe der Dividende, sagte ein Börsianer. Auch die Deutsche Telekom konnte die Anleger mit ihrem Zahlenwerk nicht ĂŒberzeugen, der Kurs gab um knapp ein Prozent nach.
Im MDax machten auch die Hensoldt-Anleger erst einmal Kasse nach der Bilanzvorlage des Herstellers von RĂŒstungselektronik. Analysten zeigten sich vor allem vom Ausblick enttĂ€uscht, von dem sie sich mehr erhofft hatten. Die Aktien verabschiedeten sich mit einem Minus vom 7,1 Prozent in das Wochenende. Damit ist inzwischen ein groĂer Teil der Kursrally seit Ende Januar wieder dahin.
Auch Krones-Anteile verloren stark und gaben fĂŒnf Prozent nach. Hauck AufhĂ€user Investment Banking hatte die Kaufempfehlung fĂŒr die Anteile des Herstellers von GetrĂ€nkeabfĂŒllanlagen gestrichen.
Abseits der groĂen Indizes verteuerten sich die Aktien des Hanfverarbeiters Synbiotic um rund ein FĂŒnftel. Auslöser war die Entscheidung im Bundestag, er beschloss am Freitag die begrenzte Legalisierung von Cannabis in Deutschland.
Auch Europas Börsen ging es noch etwas weiter aufwÀrts. Die Börsen in Paris und London verbuchten moderate Gewinne. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone baute sein Plus auf dem höchsten Niveau seit 2000 aus und legte um 0,35 Prozent auf 4872,57 ZÀhler zu. An der Wall Street setzte sich die Rekordrally mit neuen Bestmarken im Dow Jones Industrial, S&P 500 und dem technologielastigen Nasdaq 100 fort.
Am Devisenmarkt kostete der Euro zuletzt 1,0826 US-Dollar. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0834 US-Dollar festgesetzt.
Am Rentenmarkt stieg Umlaufrendite von 2,48 Prozent am Vortag auf 2,51 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,22 Prozent auf 124,72 Punkte. Der Bund-Future notierte 0,57 Prozent höher bei 133,28 ZÀhlern.
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