Dax, NervositÀt

Dax schwach - NervositÀt wÀchst

09.04.2024 - 18:09:30

Der Dax hat am Dienstag schwach geschlossen. Vor den Inflationsdaten aus den USA am Mittwoch und der Zinsentscheidung der EuropĂ€ischen Zentralbank einen Tag spĂ€ter kehrte die NervositĂ€t an die Börse zurĂŒck. Immerhin hatte der deutsche Leitindex vor einer Woche erneut ein Rekordhoch erreicht und sich seither recht stabil gehalten. Im bisherigen Jahresverlauf summiert sich sein Gewinn auf knapp neun Prozent.

Mit einem Abschlag von 1,32 Prozent auf 18.076,69 Punkte ging der Dax aus dem Tag. Er beendete den Handel damit nur knapp ĂŒber seinem Tagestief, das er am spĂ€teren Nachmittag erreicht hatte. Die 21-Tage-Linie bei derzeit rund 18.140 Punkten, die den kurzfristigen Trend signalisiert und bisher eine UnterstĂŒtzung war, wurde durchbrochen. Noch aber bleiben charttechnisch orientierte Analysten optimistisch. «Erst wenn der Dax auch die volumenstarke Kurszone um 17.900 unterschreitet, verdichten sich die Anzeichen fĂŒr eine ausgeprĂ€gtere SchwĂ€chephase», sagten die Experten von «Index-Radar».

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte gab am Dienstag um 0,53 Prozent auf 26.992,47 ZĂ€hler nach. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Euroregion, bĂŒĂŸte 1,09 Prozent auf 4990,90 ZĂ€hler ein. Ähnlich schwach schloss der französische Cac 40, wĂ€hrend der britische FTSE 100 nur moderat nachgab. An den US-Börsen ging es zur selben Zeit ebenfalls moderat abwĂ€rts.

Mit den US-Verbraucherpreisen fĂŒr den Monat MĂ€rz steht laut «Index-Radar» der nĂ€chste HĂ€rtetest fĂŒr den Dax an. Die Zinssenkungserwartungen an die US-Notenbank Fed wurden ihnen zufolge allerdings «inzwischen angemessen reduziert» und seien zurĂŒck auf dem tiefsten Stand seit Mitte Oktober. Von der EZB werden am Donnerstag ebenfalls noch keine Zinsschritte erwartet. Im Juni dĂŒrfte sie laut den Experten von «Index-Radar» dann aber wohl eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte ankĂŒndigen. «Doch sollten die Amerikaner nicht zeitnah folgen, dĂŒrften sich auch die europĂ€ischen WĂ€hrungshĂŒter mit weiteren Lockerungen zurĂŒckhalten.»

Aktien des Chipherstellers Infineon legten an der Dax-Spitze um 3,8 Prozent zu. Laut einem Bericht von «DigiTimes» will der US-Chipkonzern Micron die Preise fĂŒr bestimmte Speicherchips stark anheben. Der Zeitung zufolge bauen außerdem Samsung und SK Hynix ihre Produktion fĂŒr Speicherchips (Dram) aus.

Daimler Truck dagegen zĂ€hlten im Leitindex mit minus 4,0 Prozent zu den schwĂ€chsten Werten. Der Absatz des Nutzfahrzeugherstellers war im ersten Quartal im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum gesunken. Besonders schwach war die Nachfrage nach Lastwagen auf den asiatischen MĂ€rkten. Traton bĂŒĂŸten im SDax 1,0 Prozent ein, nachdem sie im frĂŒhen Handel noch ein Rekordhoch erreicht hatten.

RĂŒstungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt litten nach ihren RekordlĂ€ufen unter Gewinnmitnahmen und hielten in ihren jeweiligen Indizes die rote Laterne. FĂŒr Scout24 ging es nach einer Studie der britischen Großbank HSBC um 2,9 Prozent abwĂ€rts. Analyst Christopher Johnen strich seine Kaufempfehlung.

Dagegen verhalf ein neuer Auftrag fĂŒr Nordex aus SĂŒdafrika den Aktien des Herstellers fĂŒr Windkraftanlagen zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende Juli. Aus dem Handel gingen sie mit einem Plus von 2,0 Prozent.

Der Euro kostete am frĂŒhen Abend 1,0857 US-Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0867 (Montag: 1,0823) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9202 (0,9239) Euro.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,49 Prozent am Vortag auf 2,45 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 124,87 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,56 Prozent auf 132,59 ZĂ€hler.

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