Deepfakes, Natur

Deepfakes: 99 Prozent sexueller Natur, 96% gegen Frauen

06.07.2026 - 18:25:40 | boerse-global.de

UN-Generalsekretär Guterres eröffnet Dialog zur KI-Regulierung und fordert Schutz Minderjähriger sowie ein Verbot autonomer Waffensysteme.

UN startet globale KI-Governance: Guterres fordert Regeln
Deepfakes - UN-Generalsekretär spricht vor einem leuchtenden neuronalen Netzwerk auf einer Konferenz zur KI-Regulierung. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

UN-Generalsekretär António Guterres hat in Genf den ersten globalen Dialog zur Governance Künstlicher Intelligenz eröffnet. Angesichts der rasanten Entwicklung mahnte er eine international koordinierte Regulierung an.

Die Technologie entwickle sich schneller als die Politik, warnte Guterres. Während das Internet 15 Jahre brauchte, um eine Milliarde Nutzer zu erreichen, schaffte KI das in nur zwei Jahren. Es gehe darum, Risiken für Sicherheit, Demokratie und Menschenrechte zu begrenzen.

Schutz von Kindern und Jugendlichen

Ein zentraler Punkt der Forderungen: der Schutz Minderjähriger. KI-Systeme müssten Sicherheitsstandards erfüllen, die mit denen für Medikamente vergleichbar seien, so Guterres. Er warnte davor, dass Algorithmen Kinder zu Selbstschädigungen verleiten oder durch vorgetäuschte Freundschaften manipulieren könnten.

Vorgeschlagen wurde ein spezielles Versprechen zur Kindersicherheit. Es umfasst umfassende Sicherheitstests, eine Null-Toleranz-Politik gegenüber sexuellen Missbrauchsdarstellungen und verpflichtende menschliche Unterstützung in Notlagen.

Die Präsidentin der UN-Generalversammlung lieferte alarmierende Zahlen: 99 Prozent aller Deepfakes sind sexueller Natur. 96 Prozent dieser Fälle richten sich gegen Frauen und Mädchen.

Die KI-Schere geht weltweit auseinander

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Ein UN-Expertenbericht vom 4. Juli zeigt die wachsende Kluft in der globalen KI-Landschaft. Die Rechenleistung konzentriert sich auf wenige Regionen: Die USA halten rund 75 Prozent der Leistung der 500 führenden KI-Supercomputer, China kommt auf 15 Prozent. In vielen Entwicklungsländern bleibt die Nutzung trotz weltweit über einer Milliarde wöchentlicher KI-Anwender gering.

Guterres forderte deshalb besseren Zugang für Schwellen- und Entwicklungsländer sowie einen globalen KI-Fonds. Ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium warnte zudem vor einem drohenden Wahrheitsverlust durch KI-Desinformation und einer Machtkonzentration bei wenigen Konzernen.

Ökologie und Killerroboter

Die Kehrseite des KI-Booms: Rechenzentren fressen Unmengen Energie. Guterres verlangte eine Transparenz-Initiative für deren Umweltbilanz – inklusive CO2-Ausstoß, Wasserverbrauch und Flächenverbrauch. Bis 2030 müssten Datenzentren komplett mit erneuerbaren Energien laufen.

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Noch drängender: die militärische Dimension. Guterres sprach sich für ein völkerrechtliches Verbot autonomer Waffensysteme aus – sogenannter Killerroboter. KI-Chips auf Schlachtfeldern, die Entscheidungen über Leben und Tod mit immer weniger menschlicher Aufsicht treffen, seien inakzeptabel.

Die britische Außenministerin unterstrich die Dringlichkeit globaler Regeln. Ihre Prognose: KI werde innerhalb der nächsten zwei Jahre zum dominierenden Thema der internationalen Außenpolitik.

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