Rechnungshof rĂŒffelt lasche Kontrolle bei BargeldgeschĂ€ften
05.05.2025 - 17:09:37Der Grund: "Angesichts von Betrugsquoten von bis zu 80 Prozent finden Kontrollen viel zu selten statt", moniert der Rechnungshof in einem neuen Bericht. Die Kontrollbehörde forderte das Bundesfinanzministerium auf, die SteuerausfÀlle entschlossen einzudÀmmen.
Zum Beispiel beim BĂ€cker, in Kneipen, Taxis, beim Friseur, auf MĂ€rkten oder in anderen Branchen wird in Deutschland noch oft bar bezahlt. Eigentlich sollte nach Darstellung des Rechnungshofs jĂ€hrlich bei 2,4 Prozent der Betriebe eine sogenannte Kassen-Nachschau stattfinden. Das wĂ€ren 190.000 Betriebe im Jahr - und auch dann mĂŒsste jede Firma nur alle 42 Jahre mit einer Kontrolle rechnen, erklĂ€rte der Rechnungshof. TatsĂ€chlich schaffe die Finanzverwaltung aber nur 15.000 FĂ€lle pro Jahr. "FĂŒr unehrliche Steuerpflichtige besteht also kaum ein Risiko, entdeckt zu werden", kritisieren die PrĂŒfer.
"Falsche PrioritÀten" beim Verkehrsministerium
Der Rechnungshof stellt auch dem Bundesverkehrsministerium in zwei Punkten ein schlechtes Zeugnis aus: Bei der Sanierung der WasserstraĂen setze das Ministerium falsche PrioritĂ€ten und riskiere so, dass wichtige WasserstraĂen ausfielen, erklĂ€rt die Kontrollbehörde.
Bei der Sanierung von Bahnhöfen wiederum steuere das Ministerium zu wenig. Die Folge: Von 600 Millionen Euro, die von 2019 bis 2026 fĂŒr die Erneuerung zur VerfĂŒgung stehen, flossen bis Ende 2023 nur 84 Millionen Euro ab - statt der bis dahin vorgesehenen 324 Millionen Euro.
Nutzlose 3D-Drucker bei der Bundeswehr
Die Bundeswehr bekommt vom Rechnungshof ebenfalls einen RĂŒffel. Die Truppe investiere Millionen in 3D-Drucker fĂŒr Ersatzteile - aus Sicht der PrĂŒfer im Prinzip eine gute Idee, um Ersatzteile flexibel vor Ort zu produzieren und auch Ă€ltere Waffensysteme besser damit zu versorgen. Doch könne die Bundeswehr die 3D-Drucker kaum nutzen. "Denn hierfĂŒr benötigt sie Konstruktionsdaten und Fertigungsrechte, die sie sich erst fĂŒr zehn Ersatzteile gesichert hat", teilte der Rechnungshof mit. Ohne diese Daten und Rechte seien die Investitionen wirkungslos.
Der Rechnungshof Ă€uĂerte sich in einem sogenannten ErgĂ€nzungsband zu seinen "Bemerkungen 2024". Die Informationen sollten "Fehlentwicklungen und unwirtschaftliches Verhalten der Bundesverwaltung transparent" machen, erklĂ€rte RechnungshofprĂ€sident Kay Scheller.

