Behörde versteigert Windpark-Rechte fĂŒr drei Milliarden Euro
21.06.2024 - 16:03:10 | dpa.de
Die Bundesnetzagentur hat die Rechte fĂŒr den Bau von zwei Windparks in der Nordsee fĂŒr rund drei Milliarden Euro versteigert. Es geht dabei um zwei FlĂ€chen circa 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland, die eine hat eine Leistung von 1500 Megawatt und die andere von 1000 Megawatt, wie die Bundesbehörde in Bonn mitteilte.
Bei der einen FlĂ€che bekam die Offshore Wind One GmbH fĂŒr 1,96 Milliarden Euro den Zuschlag, bei der anderen eine Projektgesellschaft des Energiekonzerns EnBW fĂŒr 1,07 Milliarden Euro. Nun können die Firmen ein Planfeststellungsverfahren durchfĂŒhren lassen, um WindrĂ€der errichten und betreiben zu dĂŒrfen und den Strom ins deutsche Netz einzuspeisen. Die Windparks sollen 2031 in Betrieb genommen werden.
FĂŒr den EnBW-Vorstandsvorsitzenden Georg Stamatelopoulos sei der Auktionsgewinn ein «wichtiger Meilenstein im Umbau unseres Erzeugungs-Portfolios». EnBW plane, den zukĂŒnftig produzierten Strom des Offshore-Windparks gröĂtenteils ĂŒber StrombezugsvertrĂ€ge an Industriekunden zu verkaufen. Rechnerisch soll er den Angaben zufolge den Strombedarf von 1,35 Millionen Haushalten decken.
Bei dem Bieterkonsortium Offshore Wind One GmbH war auch der Energiekonzern RWE dabei, die Firma hat eigenen Angaben zufolge das Konsortium aber kurzfristig verlassen. «TotalEnergies wird das Projekt allein realisieren», sagte eine RWE-Sprecherin. TotalEnergies ist ein französischer Konzern, der Ăl, Gas und andere Energieprodukte verkauft sowie Ladepunkte fĂŒr Elektroautos betreibt.
Von staatlicher Förderung zu Milliardeneinnahmen
Es ist erst das zweite Mal, dass Firmen in Deutschland Geld zahlen fĂŒr Offshore-Windrechte - frĂŒher war es ĂŒblich gewesen, dass der Staat sie fördert, also dass sie dafĂŒr Geld bekommen. SpĂ€ter haben Firmen auf diese Förderung verzichtet, aber auch kein Geld bezahlt. Die Nachfrage stieg. Im vergangenen Jahr fĂŒhrte die Netzagentur dann erstmals eine Auktion durch, die 12,6 Milliarden Euro einbrachte. 90 Prozent der Auktionserlöse dienen der Senkung der Stromkosten, jeweils fĂŒnf Prozent flieĂen in den Meeresnaturschutz und in die Förderung einer umweltschonenden Fischerei.
Es ging damals um mehr Leistung, und zwar 7000 Megawatt auf drei FlĂ€chen. Nun sind es 2500 Megawatt auf zwei FlĂ€chen. Zur Einordnung: Ende 2023 waren in Nord- und Ostsee nach Angaben des Energiekonzerns EnBW WindrĂ€der mit einer Leistung von insgesamt knapp 8500 Megawatt installiert. Bis 2030 sollen es laut Bundesregierung 30.000 Megawatt sein. «Die Ergebnisse zeigen die AttraktivitĂ€t von Investitionen in Offshore-Windenergie in Deutschland», sagte Bundesnetzagentur-Chef Klaus MĂŒller. «Sie sind ein weiterer wichtiger Schritt zur Erreichung der Offshore-Ausbauziele.»
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