Dentsu, Soken

Dentsu Soken: ESG-Transparenz weit verbreitet, Digitalisierung hinkt hinterher

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 20:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Dentsu Soken sieht ESG fest im Management verankert, doch viele japanische Unternehmen verarbeiten Nachhaltigkeitsdaten weiterhin außerhalb spezialisierter Systeme.

Dentsu Soken: Japans ESG-Fortschritt trifft auf digitale Lücken
Moderner, minimalistischer Konferenztisch in einem Bürogebäude mit Blick auf eine nächtliche Skyline Illustration mit AI erstellt.

Das japanische Forschungsinstitut Dentsu Soken hat die Ergebnisse seiner „2026 ESG-Unternehmenstrendumfrage“ vorgelegt. Die Untersuchung, für die 500 Unternehmen in Japan befragt wurden, zeichnet ein detailliertes Bild der aktuellen Fortschritte und Herausforderungen bei der Umsetzung von Kriterien in den Bereichen Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung (ESG).

Während die strukturelle Verankerung in den Führungsetagen weit fortgeschritten ist, offenbart die Studie erhebliche Unterschiede bei der Digitalisierung der entsprechenden Arbeitsprozesse.

Hohe Priorität in Führungsetagen und Berichterstattung

Ein zentrales Ergebnis der Erhebung ist die starke personelle Repräsentanz von Nachhaltigkeitsthemen im Top-Management. Laut Dentsu Soken verfügen 75,6 % der befragten Unternehmen über ESG-Verantwortliche in Führungspositionen. Diese Entwicklung unterstreicht, dass das Thema Nachhaltigkeit in der japanischen Wirtschaft zunehmend als strategische Kernaufgabe und nicht mehr nur als reine Compliance-Anforderung wahrgenommen wird.

Parallel dazu hat sich die Transparenz gegenüber Investoren und der Öffentlichkeit deutlich erhöht. Den Daten zufolge liegt die Quote der ESG-Report-Offenlegung bei 72,6 %. Damit gehört die regelmäßige Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten mittlerweile zum Standardrepertoire der Mehrheit der untersuchten Organisationen. Diese hohe Transparenzrate korrespondiert mit den weltweit steigenden Anforderungen von Kapitalmärkten an eine detaillierte nicht-finanzielle Berichterstattung.

Diskrepanz zwischen Anspruch und technologischer Umsetzung

Trotz der hohen Relevanz auf Führungsebene zeigt die Studie Defizite bei der technischen Unterstützung der Arbeitsprozesse auf. Zwar gaben 52,4 % der Unternehmen an, bereits spezielle ESG-Informationsmanagement-Tools eingeführt zu haben, doch die effektive Nutzung dieser Systeme variiert stark.

Besonders auffällig ist laut Dentsu Soken, dass bei 64,7 % der befragten Unternehmen mehr als die Hälfte der anfallenden ESG-Arbeit außerhalb der dedizierten Systeme stattfindet. Dies deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Datenerfassung und -aufbereitung noch immer manuell oder über unstrukturierte Prozesse abgewickelt wird.

Diese Praxis birgt Risiken hinsichtlich der Datengenauigkeit und Effizienz, insbesondere angesichts der wachsenden Menge an zu verarbeitenden Informationen.

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Regulatorische Standards als Treiber für Digitalisierung

Einen positiven Einfluss auf den Einsatz moderner Technologien haben offenbar klare regulatorische Rahmenbedingungen. Die Umfrage zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Anwendung nationaler Standards und dem Digitalisierungsgrad: Von den Unternehmen, die sich an den Standards des Sustainability Standards Board of Japan (SSBJ) orientieren, haben bereits 73,5 % spezielle Softwarelösungen für ihr ESG-Management implementiert.

Diese Gruppe liegt damit deutlich über dem Durchschnitt aller befragten Firmen. Es wird deutlich, dass die Verpflichtung auf komplexe Berichtsstandards wie die des SSBJ die Notwendigkeit erhöht, Daten systematisch und revisionssicher in spezialisierten Tools zu verwalten. Fachleute sehen darin ein Anzeichen dafür, dass eine strengere Regulierung die digitale Transformation im Bereich der Nachhaltigkeit beschleunigen könnte.

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Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ESG-Themen in Japan zwar organisatorisch in der Breite angekommen sind, die Optimierung der internen Prozesse jedoch die nächste große Hürde darstellt. Die Studie von Dentsu Soken verdeutlicht, dass die reine Ernennung von Verantwortlichen und die Veröffentlichung von Berichten nur den ersten Schritt darstellen, während die systemische Integration der Datenverarbeitung noch ausbaufähig bleibt.

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