AfD-Abgeordneter klagt gegen Sondersitzungen
08.03.2025 - 14:18:39In den beiden Sitzungen sollen nach dem Willen von Union und SPD ein milliardenschweres Sondervermögen und eine Reform der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse beschlossen werden. Ziel sind Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung.
Wirth erklĂ€rte in einer Mitteilung, das Bundesverfassungsgericht mĂŒsse die Frage klĂ€ren, was ein alter Bundestag zwischen der Bundestagswahl und der Konstituierung des neuen Bundestags noch beschlieĂen dĂŒrfe. Er habe eine Organklage mit Antrag auf eine Eilentscheidung gestellt, so Wirth. Vier weitere AfD-Abgeordnete trĂŒgen dies mit. Laut der von Wirth veröffentlichten Klageschrift sehen sich die KlĂ€ger in ihren Abgeordnetenrechten verletzt.
AfD-Fraktion setzte Frist bis zum Montag
Hingegen hatte die AfD-Fraktion BundestagsprÀsidentin BÀrbel Bas auf dem Weg eines anwaltlichen Schreibens am Freitag aufgefordert, die zwei geplanten Sondersitzungen des alten Bundestags abzusagen. Die Fraktion setzte Bas dazu eine Frist bis Montag und will dann gegebenenfalls vor Gericht ziehen.
SPD und Union hatten bei ihren Sondierungen zur Bildung einer möglichen neuen Bundesregierung den Infrastruktur-Sondertopf in Höhe von 500 Milliarden Euro vereinbart sowie eine Lockerung der Schuldenbremse. Die PlĂ€ne erfordern eine GrundgesetzĂ€nderung, fĂŒr die in Bundestag und Bundesrat Zweidrittelmehrheiten nötig sind. Im neuen Bundestag, der sich am 25. MĂ€rz zu seiner Auftaktsitzung trifft, kommen Union, SPD und GrĂŒne wegen der Zugewinne von AfD und Linken nicht mehr auf eine solche Mehrheit. Die Sondersitzungen sind fĂŒr den 13. und den 18. MĂ€rz geplant.
AfD-Fraktion will Einigungsversuch dokumentieren
AfD-Vize und Fraktionsjustiziar Stephan Brandner sagte der Deutschen Presse-Agentur zu dem Vorgehen des Abgeordneten Wirth, natĂŒrlich könne jeder klagen, wie er wolle. "Der Kollege Wirth hat sofort geklagt. Wir halten das aber fĂŒr den nicht so sicheren Weg", sagte Brandner. "Wenn man gleich zum Bundesverfassungsgericht geht, besteht die Gefahr, dass das Gericht sagt: Wir beschĂ€ftigen uns damit nicht - ihr hĂ€ttet ja erst einmal selber eine Einigung versuchen können." Mit dem Schreiben an Bas wolle die Fraktion dem Gericht zeigen, dass man versucht habe, das Thema gĂŒtlich zu klĂ€ren.

