Zahl, Auszubildenden

Zahl der Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft verdoppelt

01.11.2024 - 08:10:14

Der Alterungseffekt der Bevölkerung fĂŒhrt zu einer steigenden Zahl der SterbefĂ€lle und hat damit auch Auswirkungen auf die Bestattungsbranche.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, befanden sich zum Jahresende 2023 insgesamt 860 Personen in einer dualen Ausbildung zur Bestattungsfachkraft - so viele wie nie zuvor. Damit hat sich die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2013 gab es ĂŒber alle Ausbildungsjahre hinweg noch insgesamt 390 Auszubildende.

Eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft wird mittlerweile etwas hĂ€ufiger von Frauen gewĂ€hlt: 2023 waren 57 Prozent der Auszubildenden in diesem Bereich Frauen, der MĂ€nneranteil lag bei 43 Prozent. Zehn Jahre zuvor lag der Frauenanteil noch bei 45 Prozent. Der zunehmende Bedarf schlĂ€gt sich auch in gestiegenen BeschĂ€ftigtenzahlen und UmsĂ€tzen nieder. Im Jahr 2022 gab es rund 25.700 tĂ€tige Personen bei den hierzulande ansĂ€ssigen 4.200 Handwerksunternehmen im Bestattungshandwerk, das waren 2,6 Prozent mehr tĂ€tige Personen als noch ein Jahr zuvor. Der Anteil der geringfĂŒgig entlohnt BeschĂ€ftigten ist bei den Bestattern mit rund einem Drittel (31,4 Prozent) deutlich höher als im Handwerk insgesamt (12,1 Prozent). Auch die erwirtschafteten nominalen UmsĂ€tze stiegen im selben Zeitraum an: von knapp 2,0 Milliarden Euro auf rund 2,3 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach Bestattungsdienstleistungen und damit auch -fachkrĂ€ften steigt stetig an - auch aufgrund des zunehmenden Anteils Ă€lterer Menschen an der Bevölkerung in Deutschland und einer damit einhergehenden jĂ€hrlich steigenden Zahl der SterbefĂ€lle. Im Jahr 2023 starben hierzulande rund 1,03 Millionen Menschen - das waren 15 Prozent mehr als noch zehn Jahre zuvor. Im Jahr 2013 gab es rund 894.000 SterbefĂ€lle. Die Bestattungsbranche hierzulande setzt auch auf Waren aus dem Ausland. Im Jahr 2023 wurden rund 432.000 SĂ€rge aus Holz im Wert von insgesamt 40,8 Millionen Euro nach Deutschland importiert. Das waren mengenmĂ€ĂŸig 6,1 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Im Jahr 2022 waren es rund 460.000 HolzsĂ€rge im Wert von 45,5 Millionen Euro. Acht von zehn der importierten SĂ€rge stammten 2023 aus Polen (84,2 Prozent). Aus Deutschland exportiert wurden dagegen im Jahr 2023 rund 970 SĂ€rge aus Holz im Wert von 105.000 Euro. FĂŒr Bestattungen musste man 2023 mehr ausgeben als im Jahr zuvor. Die Preise fĂŒr SĂ€rge, Urnen, Grabsteine o.a. BegrĂ€bnisartikel sind im Jahr 2023 um 5,8 Prozent gegenĂŒber 2022 und die Preise fĂŒr Bestattungsleistungen und FriedhofsgebĂŒhren um 5,4 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 5,9 Prozent. Nicht immer sind die Hinterbliebenen mit Mitteln aus dem Nachlass, eigenem Einkommen oder Vermögen in der Lage, die Kosten einer Bestattung zu tragen. Im Jahr 2023 haben die SozialhilfetrĂ€ger in Deutschland 51,1 Millionen Euro brutto fĂŒr sogenannte Sozialbestattungen ausgegeben - das waren 15,7 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor (2013: 60,6 Millionen Euro). Im Jahr 2023 gab es rund 15.800 EmpfĂ€nger wie Angehörige oder testamentarisch eingesetzte Erben, die zur Bestattung verpflichtet waren und bei denen die beantragten Bestattungskosten ĂŒbernommen wurden. Zehn Jahre zuvor waren es rund 23.500 EmpfĂ€nger. FĂŒr die kommunalen Kassen sind Bestattungen aber auch eine Einnahmequelle. Die Kernhaushalte der StĂ€dte und Gemeinden in den FlĂ€chenlĂ€ndern (ohne Stadtstaaten) erzielten im Jahr 2022 Einnahmen von 918 Millionen Euro aus Verwaltungs- und BenutzungsgebĂŒhren und Ă€hnlichen Entgelten im Friedhofs- und Bestattungswesen. Das waren 4,5 Prozent mehr als 2021 und ein Viertel (25,8 Prozent) mehr als zehn Jahre zuvor, so die Statistiker.

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