Millionen, BeschÀftigte

2,3 Millionen BeschÀftigte arbeiten nur noch von zu Hause

07.12.2023 - 11:02:42

Der Anteil der BeschĂ€ftigten im Homeoffice insgesamt hat sich gegenĂŒber dem Vor-Corona-Niveau fast verdoppelt. Besonders stark war der Zuwachs bei Mitarbeitern, die nur noch von zu Hause arbeiten.

Die Zahl der abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten, die ausschließlich im Homeoffice arbeiten, hat sich durch die Corona-Krise fast vervierfacht. Galt dies vor Corona im Jahr 2019 erst fĂŒr 674.000 Arbeitnehmer, waren es 2022 bereits rund 2,285 Millionen oder etwa sechs Prozent aller abhĂ€ngig BeschĂ€ftigten. Das geht aus einer am Donnerstag bekanntgewordenen Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Susanne Ferschl hervor. Das Ministerium stĂŒtzt sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes. Zuvor hatte die «Rheinische Post» berichtet.

Die meistgenutzten Homeoffice-Tage in der Wirtschaft sind nach Angaben des Ifo-Instituts der Freitag und der Montag. «Freitag ist in 55 Prozent der Unternehmen der hĂ€ufigste Homeoffice-Tag, vor Montag mit 35 Prozent», wie aus einer Umfrage unter mehr als 9000 Firmen hervorgehe. «Dagegen sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag meistens PrĂ€senztage auch fĂŒr BeschĂ€ftigte, die teilweise zu Hause arbeiten», sagte Ifo-Forscher Simon Krause. Dieses Muster zeige sich in allen Wirtschaftszweigen und bei kleineren wie großen Firmen. Über alle Branchen werde in etwa 64 Prozent der Unternehmen Homeoffice genutzt.

Mehr FlexibilitÀt

Eine Festlegung von PrĂ€senz- und Homeoffice-Tagen verbinde die Interessen von Unternehmen und BeschĂ€ftigten am besten, sagte Krause. Kreative Teamarbeit, Besprechungen und Mentoring fĂ€nden dann an den PrĂ€senztagen statt, das Homeoffice werde fĂŒr konzentrierte, ungestörte Arbeit genutzt. Die BeschĂ€ftigten bekĂ€men mehr FlexibilitĂ€t und sparten Pendelwege, die Firmen sparten BĂŒrokosten und profitierten von höherer Mitarbeiterbindung bei gleichbleibender ProduktivitĂ€t. Verlierer seien die EinzelhĂ€ndler in InnenstĂ€dten mit großer BĂŒrodichte, deren Umsatz wegen Homeoffice schrumpft.

Das Statistische Bundesamt hatte zuvor bereits mitgeteilt, dass 24,2 Prozent aller ErwerbstĂ€tigen in Deutschland 2022 zumindest gelegentlich im Homeoffice tĂ€tig gewesen seien. Davon nutzten 14,7 Prozent tĂ€glich oder mindestens die HĂ€lfte der Arbeitszeit das Homeoffice. Weitere 9,5 Prozent arbeiteten an weniger als der HĂ€lfte der Arbeitstage von zu Hause aus. Der Anteil der BeschĂ€ftigten im Homeoffice verdoppelte sich gegenĂŒber dem Vor-Corona-Niveau den Statistikern zufolge fast. 2019 hĂ€tten noch 12,8 Prozent der ErwerbstĂ€tigen im Homeoffice gearbeitet, im ersten Corona-Jahr 2020 21,0 Prozent.

Solo-SelbststĂ€ndige (53,9 Prozent) arbeiten den Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge am hĂ€ufigsten von zu Hause aus. Davon verbrachten 76 Prozent sogar tĂ€glich oder mindestens die HĂ€lfte der Arbeitszeit im Homeoffice. MĂ€nner arbeiteten laut dem Statistikamt mit 25,0 Prozent etwas hĂ€ufiger von zu Hause aus als Frauen (23,3). Der Anteil an ErwerbstĂ€tigen mit Homeoffice ist zudem in Berufen am höchsten, in denen ĂŒberwiegend am Schreibtisch gearbeitet wird: 50,6 Prozent der Wissenschaftler und 42,2 Prozent der FĂŒhrungskrĂ€fte arbeiteten von zu Hause aus. Am geringsten ist der Anteil bei der Berufsgruppe Anlagen- und Maschinenbediener (1,8) sowie HilfsarbeitskrĂ€ften (2,2).

@ dpa.de