Frauen holen bei Arbeitszeit nur langsam auf
18.03.2025 - 14:17:04 | dpa.deIm Jahr 2023 habe der Anteil von Frauen an der Gesamtzahl der in Deutschland geleisteten Arbeitsstunden um 24 Prozent unter dem Anteil der MĂ€nner gelegen, teilte das Institut fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in NĂŒrnberg auf Grundlage einer Studie mit.
Damit sei die LĂŒcke zwischen Frauen und MĂ€nnern um gut 100 Stunden oder vier Prozentpunkte kleiner als noch im Jahr 2000. Der Grund sei aber nicht, dass Frauen lĂ€nger arbeiteten. Vielmehr hĂ€tten MĂ€nner ihre Arbeitszeit verkĂŒrzt. In Ostdeutschland klafft traditionell eine kleinere LĂŒcke als in Westdeutschland.
Die Teilzeit-Quote bei Frauen sei deutlich höher als bei MĂ€nnern. 60 Prozent aller berufstĂ€tigen Frauen hĂ€tten einen Teilzeitjob. Bei MĂ€nnern liege dieser Anteil nur bei 20 Prozent. Und selbst Frauen in Vollzeitjobs arbeiteten um 5 Prozent weniger Stunden als MĂ€nner. "MĂ€nner und Frauen sind in verschiedenen Berufen und Branchen tĂ€tig", erklĂ€rte IAB-Forscherin Susanne Wanger. "Aber insbesondere leisten MĂ€nner mehr Ăberstunden oder arbeiten hĂ€ufiger in FĂŒhrungspositionen mit sehr langen Arbeitszeiten."
Insgesamt hĂ€tten Frauen 2023 im Durchschnitt rund 350 Stunden im Jahr weniger mit Erwerbsarbeit verbracht als MĂ€nner. Besonders groĂ sei der Unterschied in der Familienphase. Frauen im Alter von 35 bis 39 Jahren arbeiteten im Schnitt 1.105 Stunden pro Jahr, bei den MĂ€nnern waren es in dieser Altersgruppe 1.569 Stunden. Eine Angleichung könne es nur geben, wenn die Rahmenbedingungen fĂŒr Frauen besser wĂŒrden - etwa durch besseren Zugang zu Kinderbetreuung in KindertagesstĂ€tten.
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