Anteil, MĂ€nner

Anteil junger MĂ€nner unter Asylbewerbern 2023 gestiegen

31.12.2023 - 15:35:01

Der Anteil von MĂ€nnern zwischen 16 und 40 Jahren unter Asylsuchenden in Deutschland ist in den vergangenen fĂŒnf Jahren stark gestiegen.

Von Januar bis November 2023 gehörte etwa die HĂ€lfte der Erstantragsteller (50,7 Prozent) dieser Gruppe an, wie Statistiken des Bundesamts fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (BAMF) zeigen. 2019 und 2020 war es nur etwas mehr als ein Viertel (26,2 und 26,6 Prozent).

Ähnlich hoch war der Anteil der jĂŒngeren mĂ€nnlichen Asylbewerber zuletzt in den Jahren 2015 und 2016, in denen er laut BAMF bei 47,4 beziehungsweise 42,9 Prozent lag. Damals gab es allgemein einen hohen MĂ€nneranteil bei den AntrĂ€gen. Auch in diesem Jahr haben vor allem MĂ€nner (71,7 Prozent) Asyl in Deutschland beantragt. In den Jahren 2018 bis 2020 war das GeschlechterverhĂ€ltnis dagegen ausgeglichener.

Eine einzelne Ursache fĂŒr den starken Anstieg des Anteils jĂŒngerer mĂ€nnlicher Asylbewerber gebe es nicht, stellt der Migrationsexperte Marcus Engler vom Deutschen Zentrum fĂŒr Integrations- und Migrationsforschung fest. "GrundsĂ€tzlich sind lange und gefĂ€hrliche Fluchtrouten eine zentrale ErklĂ€rung fĂŒr das Gender-Ungleichgewicht", sagt er.

Welches Alter oder Geschlecht die meisten Asylantragstellerinnen und-steller haben, werde von den HerkunftslĂ€ndern beeinflusst, schreibtdazu das BAMF. Die Zusammensetzung Ă€ndere sich von Jahr zu Jahr. Seit etwa 2020 nimmt in Deutschland der Zugang von GeflĂŒchteten aus Afghanistan und Syrien wieder zu, wie BAMF-Zahlen zeigen. Wenn mehr Menschen aus solchen LĂ€ndern kĂ€men, die eine lange und gefĂ€hrliche Fluchtroute erfordern, kĂ€men damit auch oft mehr MĂ€nner, erklĂ€rt Engler.

Dem Forscher zufolge könnte die Situation in Afghanistan nach der MachtĂŒbernahme der Taliban ein ErklĂ€rungsfaktor fĂŒr die Daten sein. Außerdem machten hĂ€rtere Grenzpolitiken in der TĂŒrkei und Griechenland die Flucht gefĂ€hrlicher und teurer, was ebenfalls zu mehr MĂ€nnern auf den Routen fĂŒhren könne.

@ dpa.de