Trump-Anwalt kĂŒndigt nach Schuldspruch Berufung an
31.05.2024 - 05:44:59 | dpa.deTodd Blanche sagte am Donnerstagabend (Ortszeit) im US-Fernsehen, sein Team werde nach der StrafmaĂverkĂŒndung im Juli Berufung einlegen. Man werde unter anderem argumentieren, dass die Geschworenen befangen und der Zeitpunkt des Prozesses unfair gewesen seien. ZunĂ€chst wolle man in den kommenden Wochen mit AntrĂ€gen gegen die Entscheidung vorgehen, sagte Blanche. Sobald es möglich sei, wolle sein Team dann Berufung einlegen.
Trump war kurz zuvor im Prozess um die Verschleierung von Schweigegeld-Zahlungen an eine Pornodarstellerin in New York schuldig gesprochen worden. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein frĂŒherer PrĂ€sident wegen einer Straftat verurteilt wurde. Der 77-jĂ€hrige Republikaner Trump wird aller Voraussicht nach bei der PrĂ€sidentenwahl im November gegen Amtsinhaber Joe Biden (81) antreten.
Richter Juan Merchan legte den 11. Juli als Datum fĂŒr die VerkĂŒndung des StrafmaĂes fest. Wenige Tage spĂ€ter beginnt der Nominierungsparteitag der Republikaner in Milwaukee. Dann dĂŒrfte Trump offiziell von seiner Partei zum PrĂ€sidentschaftskandidaten gekĂŒrt werden. Ihm droht nach dem Schuldspruch in New York zwar eine Geldstrafe oder eine mehrjĂ€hrige Freiheitsstrafe, die auch zur BewĂ€hrung ausgesetzt werden könnte. Doch auch nach einer rechtskrĂ€ftigen Verurteilung könnte er bei der PrĂ€sidentenwahl antreten. Das wĂŒrde selbst im sehr unwahrscheinlichen Fall gelten, dass er dann schon eine Haftstrafe im GefĂ€ngnis absitzt.
Die Staatsanwaltschaft warf Trump vor, er habe seine Aussichten auf einen Erfolg bei der PrĂ€sidentschaftswahl 2016 durch die Zahlung von 130 000 Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels verbessern wollen und den Geldfluss anschlieĂend unrechtmĂ€Ăig verbucht. Dazu hatten die sieben MĂ€nner und fĂŒnf Frauen der Jury seit Mitte April die Aussagen von mehr als 20 Zeuginnen und Zeugen angehört.
Obwohl die - von keiner Seite bestrittene - Zahlung selbst nicht illegal war, soll Trump bei der Erstattung des Betrags an seinen damaligen persönlichen Anwalt Michael Cohen Unterlagen manipuliert haben, um den wahren Grund der Transaktion zu verschleiern. Dadurch habe er sich der illegalen Wahlkampf-Finanzierung in 34 FÀllen schuldig gemacht, befand die Jury. Trumps AnwÀlte hatten argumentiert, es habe sich um gewöhnliche Anwaltshonorare gehandelt./trö/DP/zb
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