US-Arbeitsmarkt zeigt sich robust - Zinssenkungserwartungen gedÀmpft
05.01.2024 - 15:32:02 | dpa.deSo stieg die BeschĂ€ftigung auĂerhalb der Landwirtschaft stĂ€rker als erwartet und die Arbeitslosenquote verharrte auf einem niedrigen Niveau. Dies geht aus den am Freitag in Washington veröffentlichten Zahlen des Arbeitsministeriums hervor. Die fĂŒr die Inflation wichtige Lohnentwicklung blieb stark. Die Aussichten auf eine baldige Leitzinssenkung durch die US-Notenbank wurden so gedĂ€mpft.
AuĂerhalb der Landwirtschaft sind im Dezember 216 000 Stellen hinzugekommen. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 175 000 neuen Stellen gerechnet. Allerdings wurde der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten um insgesamt 71 000 Stellen nach unten revidiert. Der Arbeitsmarkt bleibt weiter robust. Viele Unternehmen klagen ĂŒber einen ArbeitskrĂ€ftemangel.
Die Arbeitslosenquote fĂŒr Dezember betrug weiter 3,7 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg der Quote auf 3,8 Prozent gerechnet. Laut Ministerium sind derzeit etwa 6,3 Millionen US-BĂŒrger ohne Job. Die Arbeitslosigkeit bleibt trotz des Anstiegs im Dezember im lĂ€ngeren Vergleich niedrig. Anfang 2023 hatte die Quote bei 3,4 Prozent gelegen und damit auf dem tiefsten Stand seit 1969.
Das derzeit besonders beachtete Lohnwachstum ist im Dezember nicht wie erwartet etwas schwÀcher geworden. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten zum Vormonat um 0,4 Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt einen etwas geringeren Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. Im November waren die Löhne bereits um 0,4 Prozent gestiegen.
"Der BeschĂ€ftigungsbericht fĂŒr Dezember fĂ€llt gemischt aus", schreiben Commerzbank-Volkswirte. Ăberraschend stark seien der BeschĂ€ftigungszuwachs im Dezember, die unverĂ€ndert geringe Arbeitslosenquote sowie der Anstieg des durchschnittlichen Stundenlohns. Schwachpunkte seien dagegen die AbwĂ€rtsrevisionen der letzten Monate und die Tatsache, dass das insgesamt geleistete Arbeitsvolumen im Dezember sogar schrumpfte.
Nach EinschĂ€tzung des Volkswirtes Dirk Chlench von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg stellt der Arbeitsmarktbericht in der Gesamtschau allerdings einen "herben RĂŒckschlag fĂŒr die am Markt grassierenden Erwartungen bald fallender US-Leitzinsen dar". "Nach unserer Prognose werden die US-WĂ€hrungshĂŒter erst Mitte dieses Jahres eine Zinssenkungsphase einlĂ€uten", sagte Chlench. An den FinanzmĂ€rkten war zuletzt auf eine Senkung in den USA schon im MĂ€rz spekuliert worden.
Nach den Daten geriet der Euro kurzzeitig unter Druck und fiel unter die Marke von 1,09 US-Dollar. Er erholte sich jedoch rasch wieder von seinen Verlusten. Die Kurse von US-Staatsanleihen rutschten ab, machten aber einen groĂen Teil ihrer Verluste rasch wieder wett. Der Dax gab nur kurzzeitig etwas nach.
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