Deutschland, Norwegen

Isar Aerospace verschiebt zweiten Raketen-Testflug

21.01.2026 - 13:30:41 | dpa.de

Der bayerische Raketenhersteller Isar Aerospace ist kein Start-up wie jedes andere: Erfolg oder Misserfolg sind ein PrĂŒfstein fĂŒr die Frage, ob Europa eigenstĂ€ndig im Weltraum agieren kann.

Der erste Testflug der Spectrum-Rakete im MĂ€rz 2025 (Handout) - Foto: -/Isar Aerospace/dpa
Der erste Testflug der Spectrum-Rakete im MĂ€rz 2025 (Handout) - Foto: -/Isar Aerospace/dpa

Der deutsche Raketenhersteller Isar Aerospace hat den geplanten zweiten Testflug seiner Spectrum-Rakete verschoben. Grund ist laut Mitteilung des Unternehmens ein Problem mit einem Druckventil. Ein neues angepeiltes Startdatum soll in KĂŒrze bekanntgegeben werden, wie es in der kurzen Notiz auf der Plattform X hieß. Zuvor waren die Startvorkehrungen am norwegischen Weltraumbahnhof AndĂžya bereits weit gediehen. 

Das Start-up aus Ottobrunn bei MĂŒnchen hatte seine Rakete Ende MĂ€rz 2025 zum ersten Testflug abheben lassen. Der Flug dauerte lediglich 30 Sekunden, bevor die Rakete ins Meer stĂŒrzte. Laut Isar Aerospace hatte das Kontrollzentrum den Flug abgebrochen und die Rakete kontrolliert ins Meer fallen lassen. 

Ausgebucht trotz nicht erreichter Serienreife

Die Spectrum soll nach der Serienreife Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer ĂŒber dem Erdboden bringen. Nach Angaben von Unternehmenschef Daniel Metzler ist Isar Aerospace jetzt schon auf Jahre ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist. Unter anderem hat das Start-up bereits AuftrĂ€ge von EU und europĂ€ischer Raumfahrtagentur ESA erhalten.

Europa will im Weltraum unabhÀngig von den USA werden

Erfolg oder Misserfolg des ehrgeizigen Jungunternehmens aus dem MĂŒnchner Vorort Ottobrunn werden in Europas Raumfahrtbranche und den Regierungen mehrerer LĂ€nder mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Seit Jahren wird die große Mehrheit der europĂ€ischen Satelliten vom Raumfahrtunternehmen Space X des rechtsgerichteten US-MilliardĂ€rs Elon Musk ins All befördert, der der EU feindselig gegenĂŒbersteht. DafĂŒr mĂŒssen die Auftraggeber jedoch umfangreiche Daten ĂŒber ihre Projekte zur VerfĂŒgung stellen. 

Nach Zahlen des Luft- und Raumfahrt-Bundesverbands BDLI starteten die USA im Jahr 2024 mehr als die HÀlfte von weltweit 220 zivilen und militÀrischen TrÀgerraketen mit Satelliten und anderer Nutzlast an Bord. China schoss 67 Raketen ins All, Russland 20, und Indien 7. Europa war demnach mit 4 Raketenstarts Schlusslicht. 

Auch die französisch-deutsche ArianeGroup will in diesem Jahr sieben bis acht Raketen des lang verzögerten Typs Ariane 6 sechs starten lassen. Anders als die «Spectrum» ist die Ariane eine schwere TrĂ€gerrakete, die Nutzlast auch in geostationĂ€re Umlaufbahnen knapp 36.000 Kilometer ĂŒber dem Erdboden befördern kann.

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