VerbÀnde warnen vor Ewigkeitschemikalien im Wasser
23.04.2024 - 14:20:15 | dpa.deAllerdings lĂ€gen die Werte fĂŒr diese als PFAS bekannten Substanzen durchgehend unter den geltenden Grenzwerten, teilten die VerbĂ€nde am Dienstag unter Bezugnahme auf einen Trinkwassertest des BUND mit. Die tĂ€gliche Aufnahme dieser sehr stabilen Chemikalien ĂŒber das Trinkwasser sei vergleichsweise gering.
Im November und Dezember 2023 hatte der BUND bei einem Trinkwassertest fĂŒnf Mineral- und zehn Leitungswasserproben im Labor auf jeweils drei Ewigkeitschemikalien untersuchen lassen. Dabei seien in neun von zehn Leitungswasserproben und in drei von fĂŒnf MineralwĂ€ssern Schadstoffe nachgewiesen worden. Die Schwelle der geltenden Grenzwerte wurde dabei aber nicht ĂŒberschritten.
Zu der Chemikaliengruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) zĂ€hlen geschĂ€tzt ĂŒber 10 000 einzelne Substanzen, die in Alltagsprodukten wie Anoraks, Pfannen oder Kosmetik verarbeitet sind. In der Industrie werden sie etwa in Dichtungen, Isolierungen oder Kabeln eingesetzt. Auch Lithium-Ionen-Batterien sind auf PFAS angewiesen.
Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt sagte: "Seit ĂŒber 70 Jahren imprĂ€gnieren wir unsere Umwelt mit PFAS. Dies hat auch zur Belastung unseres Trinkwassers gefĂŒhrt. Die gute Nachricht ist: Eine akute Gesundheitsgefahr geht von Leitungs - und Mineralwasser nicht aus." Dennoch verdeutliche der BUND-Test das AusmaĂ der Verschmutzungskrise. Bandt schĂ€tzte die PFAS-Belastung grundsĂ€tzlich als schĂ€dlich fĂŒr Mensch und Umwelt ein.
BDEW-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Martin Weyand sagte, zunehmende SchadstoffeintrĂ€ge belasteten die Rohwasserressourcen. Das mache die Trinkwasseraufbereitung immer teurer. "Notwendig ist daher eine wirksame Strategie, um weitere zukĂŒnftige EintrĂ€ge von PFAS zu vermeiden", erkĂ€rte Weyand. Er forderte die Vermeidung von SchadstoffeintrĂ€gen direkt an der Quelle. Wichtig sei eine verursachergerechte Kostenverteilung. "Hersteller mĂŒssen zahlen." Weyand forderte einen Fonds, in den Industrie und Handel einzahlen sollten, um volkswirtschaftliche Kosten der PFAS-Verschmutzung zu ĂŒbernehmen.
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