Agrarministerkonferenz, Kiel

Proteste bei Agrarministerkonferenz - Özdemir in der Kritik

21.09.2023 - 12:34:34 | dpa.de

Der Bundeslandwirtschaftsminister wirbt fĂŒr den Wandel zu mehr Tierschutz. Der Bauernverband in Schleswig-Holstein fĂŒrchtet dagegen um die heimische Lebensmittelproduktion.

Ein Traktor mit einem Plakat mit der Aufschrift «Wohlstand ErnÀhrung Klimaschutz nur mit heimischer Landwirtschaft» fÀhrt zum Auftakt der Agrarministerkonferenz durch die Kieler Innenstadt. - Foto: Axel Heimken/dpa
Ein Traktor mit einem Plakat mit der Aufschrift «Wohlstand ErnÀhrung Klimaschutz nur mit heimischer Landwirtschaft» fÀhrt zum Auftakt der Agrarministerkonferenz durch die Kieler Innenstadt. - Foto: Axel Heimken/dpa

Am Rande der Agrarministerkonferenz in Kiel haben am Donnerstag hunderte Landwirte, Fischer und Waldbesitzer gegen die Politik des Bundes protestiert. Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (GrĂŒne) warfen die Demonstranten eine Blockadehaltung vor. Dieser setze auf «Ordnungsrecht», sagte der PrĂ€sident des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes, Klaus-Peter Lucht, bei einer Kundgebung vor dem Tagungshotel.

Mit Ordnungsrecht löse man aber keine Krisen, schaffe nicht mehr Tierwohl und sichere keine heimische Lebensmittelproduktion. Wenn Özdemir so weitermache, dann werden die landwirtschaftlichen Produkte Lucht zufolge woanders herkommen - zu anderen sozialen und ökologischen Standards.

Özdemir hatte vor dem Treffen fĂŒr breite UnterstĂŒtzung beim Wandel zu mehr Tierschutz in den StĂ€llen geworben. «Mit der Weiterentwicklung der Tierhaltung wollen wir das Höfesterben beenden und dafĂŒr sorgen, dass "Made in Germany" auch kĂŒnftig fĂŒr gutes Fleisch aus Deutschland steht», sagte der GrĂŒnen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist ein Kraftakt, der uns nur gemeinsam gelingen kann.»

Man setze den Rahmen, damit die Landwirtinnen und Landwirte ihre Tierhaltung weiterentwickeln könnten und gebe ihnen damit wieder eine wirtschaftliche Perspektive. Dabei gelte: «Wir wollen weniger Tiere besser halten. Damit antworten wir auch auf die gesellschaftlichen VerĂ€nderungen, wo immer weniger Fleisch gegessen wird – mit Blick Tierwohl, auf Klima und Umwelt.»

Die Vorsitzende des Verbandes Deutscher Putenerzeuger, Bettina GrĂ€fin von Spee, hielt auf der Kundgebung dagegen: «Der Standort Deutschland wird fĂŒr die Nutztierhaltung nicht gesichert, sondern abgebaut.»

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