ROUNDUP, LĂ€nder

LĂ€nder fordern finanziellen Ausgleich fĂŒr Investitionspaket

13.06.2025 - 14:48:13

Der Bundesrat hat erstmals ein wichtiges Vorhaben der neuen schwarz-roten Bundesregierung beraten - das Investitionspaket, das mit Steuererleichterungen fĂŒr Unternehmen die schwache Wirtschaft wieder in Schwung bringen soll.

Dabei forderten die LĂ€nder vehement einen finanziellen Ausgleich fĂŒr die zu erwartenden Steuermindereinnahmen. Weitere Themen waren die zum 1. Juli anstehende Rentenerhöhung und die Ganztagsbetreuung fĂŒr Kinder im Grundschulalter. Und auch um Matratzen ging es.

LĂ€nder stimmen Investitionspaket nur bei finanziellem Ausgleich zu

Dass der Bund im dritten Rezessionsjahr die Unternehmen steuerlich entlasten will, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, finden die LĂ€nder durch die Bank richtig. Mehrere MinisterprĂ€sidenten machten aber deutlich, dass der Bund die LĂ€nder und die Kommunen nicht auf den Kosten sitzen lassen dĂŒrfe. "Wir wollen diese Entlastungsmaßnahmen fĂŒr die Wirtschaft", versicherte NRW-Regierungschef Hendrik WĂŒst (CDU). "Aber wir mĂŒssen es auch können."

Insgesamt nehmen Bund, LÀnder und Kommunen durch das Gesetz nach Berechnungen aus dem LÀnderkreis fast 50 Milliarden Euro weniger Steuern ein. Der Bund wolle ein Drittel zahlen, zwei Drittel sollten LÀnder und Kommunen schultern, rechnete Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprÀsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor. "Das ist keine faire Verteilung." Sachsens MinisterprÀsident Michael Kretschmer (CDU) betonte daher: "Dieses Paket wird hier nur eine Mehrheit finden, wenn es einen finanziellen Ausgleich gibt."

Der Entwurf der schwarz-roten Bundesregierung sieht bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten fĂŒr Unternehmen vor, die Maschinen, GerĂ€te und Elektroautos anschaffen. Ab 2028 soll zudem die Körperschaftsteuer sinken. In der kommenden Woche wollen sich die MinisterprĂ€sidenten mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) treffen, um eine Lösung zu finden.

GrĂŒnes Licht fĂŒr Rentenerhöhung zum 1. Juli

Der Bundesrat stimmte einhellig der Rentenerhöhung um 3,74 Prozent zum 1. Juli zu. Nach Angaben der Bundesregierung bedeutet dies fĂŒr eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren eine Erhöhung um 66,15 Euro im Monat. Die Erhöhung liege ĂŒber der Inflationsrate von rund zwei Prozent, betonte Schwesig. "Das ist eine wichtige und gute Nachricht fĂŒr die Rentnerinnen und Rentner." Schwesig mahnte RentenstabilitĂ€t an und warnte vor einer Verunsicherung der Menschen durch stĂ€ndig neue VorschlĂ€ge zur Zukunft der Rente.

Mehr Spielraum bei Ganztagsbetreuung in den Ferien

Die LĂ€nder wollen es den Kommunen leichter machen, den ab dem Schuljahr 2026/27 stufenweise geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zu erfĂŒllen. Der Bundesrat beschloss mehrheitlich auf Initiative Niedersachsens, einen Gesetzentwurf beim Bundestag einzubringen. Dieser sieht vor, dass der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Ferienzeit nicht nur durch kommunale SchultrĂ€ger erfĂŒllt werden kann, sondern beispielsweise auch durch Freizeitangebote von Sportvereinen. Die jetzige Regelung sei vor allem in den Ferien nur schwer einzuhalten und enge den Spielraum zur Nutzung von Betreuungsangeboten ein, argumentierten die LĂ€nder.

Mehr Zeit beim Investitionsprogramm Ganztagsausbau

Auf Zustimmung bei den LĂ€ndern stieß ein Gesetzentwurf der Bundesregierung, der den Förderzeitraum fĂŒr das Investitionsprogramm Ganztagsausbau um zwei Jahre verlĂ€ngert. Entsprechende Bauvorhaben mĂŒssen nun bis Ende 2029 und nicht bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Der Abruf der Mittel sei bislang zögerlich erfolgt, lautet die BegrĂŒndung. Der Bund stellt den LĂ€ndern insgesamt Finanzhilfen von bis zu 3,5 Milliarden Euro zum Ganztagsausbau zur VerfĂŒgung.

Initiative fĂŒr besseres Recycling von Matratzen

Der Bundesrat nahm eine Entschließung des Landes Hessen an, die darauf abzielt, alte Matratzen besser wiederverwerten zu können. Allein in Deutschland wĂŒrden jĂ€hrlich mehr als acht Millionen Matratzen entsorgt, der grĂ¶ĂŸte Teil davon werde verbrannt, wertvolle Ressourcen wie Schaumstoffe und Textilfasern gingen so verloren, heißt es in der Entschließung. Matratzen enthielten zumeist Flammschutzmittel und andere Chemikalien, die ein Recycling erschwerten.

Aus Sicht der LĂ€nder soll sich die Bundesregierung bei der EU dafĂŒr einsetzen, dass problematische Bestandteile in Matratzen durch umweltfreundliche, recyclingfĂ€hige Alternativen ersetzt werden, ohne die Anforderungen an den Brandschutz aufzugeben. Das Recycling mĂŒssten dann die Hersteller gewĂ€hrleisten.

@ dpa.de