Iran: IAEA-Chef setzt auf GesprÀche statt Drohungen
09.09.2024 - 14:55:11Grossi möchte Irans PrÀsidenten Massud Peseschkian noch vor der US-PrÀsidentschaftswahl Anfang November treffen, sagte der IAEA-Generaldirektor wÀhrend einer Pressekonferenz in Wien.
Teheran hatte zuletzt Peseschkians Bereitschaft fĂŒr ein Treffen mit dem IAEA-Chef im Iran bekundet. Grossi versucht seit Monaten, GesprĂ€che wieder in Gang zu setzen, um die Islamische Republik zur Zusammenarbeit mit IAEA-Inspektoren zu bewegen. Dabei geht es unter anderem um ungeklĂ€rte Fragen zu geheimen Atom-AktivitĂ€ten in der Vergangenheit.
Der Gouverneursrat der IAEA hatte im Juni gedroht, Grossi mit einem umfassenden Bericht ĂŒber offene Fragen zum iranischen Atomprogramm zu beauftragen, sollte der Iran nicht kooperieren. "Mein Zugang ist es, die Probleme jetzt zu lösen - ohne Perspektive auf Strafen in der Zukunft", sagte Grossi am Donnerstag. Die Resolution nehme er "zur Kenntnis", einen solchen Bericht plane er aktuell jedoch nicht.
Irans PrÀsident will AtomgesprÀche mit dem Westen
Eine bessere Zusammenarbeit zwischen der IAEA und dem Iran könnte den Boden fĂŒr die Wiederaufnahme von internationalen Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm bereiten, sagte Grossi.
Peseschkian hatte im Wahlkampf betont, dass er die Atomverhandlungen mit dem Westen wieder aufnehmen wolle, um so die internationalen Sanktionen gegen sein Land aufzuheben.
2018 hatte der damalige US-PrĂ€sident Donald Trump ein Abkommen aufgekĂŒndigt, das starke EinschrĂ€nkungen des iranischen Atomprogramms und Sanktionserleichterungen beinhaltete. Teheran begann im Gegenzug, beinahe waffenfĂ€higes Uran herzustellen. Der Iran beharrt jedoch darauf, nicht nach Atomwaffen zu streben. Der Pakt gilt als gescheitert, laut westlichen Diplomaten mĂŒsste ein neues Atomabkommen verhandelt werden.

