Weselsky, Tarifverhandlungen

Weselsky zunÀchst nicht bei Tarifverhandlungen mit der DB

23.11.2023 - 11:30:00

Der Chef der LokfĂŒhrergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, nimmt am Donnerstag zunĂ€chst nicht an der zweiten Runde der Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn teil.

Weselsky kam am Donnerstagmorgen nicht zum Verhandlungsort in Berlin. "Wir haben einfach weitere Verhandlungstermine an anderer Stelle, wir haben andere Termine, die wir auch als GDL wahrnehmen", sagte dazu der stellvertretende GDL-Bundesvorsitzende Lars Jedinat. Vor Ort hieß es, dass Weselsky gegen Donnerstagnachmittag oder am Abend zu den Verhandlungen dazu kommen werde. Auch fĂŒr Freitag sind GDL und DB zu GesprĂ€chen verabredet.

Die GDL und die Deutsche Bahn verhandeln seit zwei Wochen ĂŒber einen neuen Tarifvertrag. Vor einer Woche streikte die GDL 20 Stunden lang bundesweit, rund 80 Prozent der Fernverkehrsfahrten und Tausende RegionalzĂŒge fielen aus.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem 555 Euro mehr pro Monat sowie eine InflationsausgleichsprĂ€mie bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Bahn hatte der Gewerkschaft in der ersten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt und darin unter anderem eine elfprozentige Entgelterhöhung bei einer Laufzeit von 32 Monaten in Aussicht gestellt. Knackpunkt des Tarifstreits ist aber die Forderung der GDL nach einer Arbeitszeitreduzierung von 38 auf 35 Stunden fĂŒr Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler hĂ€lt die Forderung fĂŒr unerfĂŒllbar und sieht keinen Verhandlungsspielraum.

Jedinat betonte, dass die Gewerkschaft auch TarifvertrĂ€ge fĂŒr die BeschĂ€ftigten in der Infrastruktur der Bahn abschließen will. Bisher gibt es in diesen Bereichen nur TarifvertrĂ€ge der Konkurrenzgewerkschaft EVG. Diese ist bei der Bahn insgesamt und vor allem in den Infrastrukturbetrieben deutlich stĂ€rker vertreten.

DB-Personalvorstand Seiler sagte vor Verhandlungsbeginn, dass er vor allem ĂŒber Themen reden wolle, bei denen Kompromisse möglich seien. Die geforderte ArbeitszeitverkĂŒrzung zĂ€hlt er nicht dazu. Die GDL habe das Thema aber auf die Agenda gesetzt und daher werde auch darĂŒber gesprochen.

Dass Weselsky zunĂ€chst nicht mitverhandelt, kommentierte Seiler knapp: "Naja, da muss jeder seine PrioritĂ€ten setzen. Ich bin hier und damit ist fĂŒr mich klar, welche PrioritĂ€ten ich habe."

@ dpa.de