Saarstahl-Chef wirft Bundesregierung schlechte Arbeit vor
16.09.2024 - 13:35:39Damit habe man geplant und den habe Olaf Scholz versprochen. "Doch nun unternimmt der Kanzler nichts", so Rauber weiter. Es fehle insgesamt an VerlĂ€sslichkeit in der Wirtschaftspolitik, dem GefĂŒhl, dass es nach vorne gehe. Die Stahl-Holding Saar, zu der die Dillinger HĂŒtte und Saarstahl gehören, hat Anfang des Jahres 2,6 Milliarden Euro fĂŒr die Transformation zugesagt bekommen. Vorausgegangen war ein zĂ€hes Ringen um das Fördergeld nachdem das Bundesverfassungsgericht die Finanzierung aus dem Klima- und Transformationsfonds gekippt hatte. Der Stahlkonzern will ab 2027 grĂŒnen Stahl herstellen. Rauber sieht die Förderzusage zwiespĂ€ltig. Aus Politiker-Sicht sei der Umbau eine "super Story", weil man dann grĂŒn und innovativ werde, aber in der RealitĂ€t bedeute die Förderzusage fĂŒr die StahlhĂŒtten zunĂ€chst einen harten Sparkurs: "Wir sparen hier wie noch nie in der ĂŒber 300-jĂ€hrigen Geschichte der saarlĂ€ndischen Stahlindustrie. Die laufenden Kosten mĂŒssen runter, wir werden Stellen einsparen, Prozesse optimieren, alles tun, damit wir trotz des teureren grĂŒnen Stahls wettbewerbsfĂ€hig bleiben." Als "Slapstick-Nummer" bezeichnet der Manager, dass das staatseigene Unternehmen Deutsche Bahn keine grĂŒnen Schienen kaufen darf, da diese zu teuer seien. WĂ€hrend andere europĂ€ische Eisenbahngesellschaften zugreifen, untersagt das öffentliche Auswahlverfahren in Deutschland der Bahn diese Möglichkeit. "Wir warten hĂ€nderingend darauf, dass es mal zwei, drei LeitmĂ€rkte fĂŒr grĂŒnen Stahl gibt. Und der einzige Leitmarkt, den die Politik tatsĂ€chlich komplett gestalten könnte, ist der Schienen-Markt. Und das ist der, an dem sich nichts tut. FĂŒr mich ist das so: Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt und der Torwart ist nicht da. Aber dummerweise schieĂt keiner."


