Huawei verdient wieder deutlich mehr - trotz Sanktionen
29.03.2024 - 11:06:00Trotz Tech-Sanktionen ist der chinesische Telekommunikations-Riese Huawei im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Besonders das GeschĂ€ft im Privatkundenbereich, mit der Cloud und in der Automotive-Sparte stieg spĂŒrbar. «Wir haben in den vergangenen Jahren viel durchgemacht. Aber mit einer Herausforderung nach der anderen haben wir es geschafft, zu wachsen», sagte der Vorsitzende Ken Hu in Shenzhen laut Mitteilung.
Insgesamt nahmen die SĂŒdchinesen rund 704,2 Milliarden Renminbi (rund 90,5 Milliarden Euro) ein - ein Plus von 9,63 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Konzern mitteilte. Der Nettogewinn stieg um mehr als 140 Prozent auf 87 Milliarden Renminbi. Die Leistung der Firma habe den Erwartungen entsprochen, sagte Hu.
Smartphones machen iPhone in China Konkurrenz
In Deutschland kennen Verbraucher Huawei etwa fĂŒr deren Smartphones. Das PrivatkundengeschĂ€ft wuchs um 17,3 Prozent auf umgerechnet 32,3 Milliarden Euro. Im SpĂ€tsommer 2023 machte das Smartphone Mate 60 der Chinesen Schlagzeilen, weil darin ein Chip verbaut war, der den Chinesen wegen bestehender Technologiesanktionen der USA bislang nicht zugetraut wurde.
Das GerÀt machte Apples iPhone in China deutlich Konkurrenz. In den ersten sechs Wochen dieses Jahres sanken die iPhone-VerkÀufe dort um 24 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum, wÀhrend die von Huawei um 64 Prozent stiegen, wie die Analysefirma Counterpoint Research Anfang MÀrz berichtete.
Automotive und Informations- und Kommunikationstechnik
Huawei arbeitet in China auch an E-Autos mit und liefert etwa die Software. Jener Automotive-Bereich brachte 2023 umgerechnet knapp 604 Millionen Euro ein, wuchs aber mit 128,1 Prozent am stĂ€rksten, wobei die Vergleichsbasis niedriger war. Auch das Cloud-GeschĂ€ft, zu dem KĂŒnstliche Intelligenz zĂ€hlt, machte mit umgerechnet sieben Milliarden Euro fast 22 Prozent mehr Umsatz.
Im traditionell umsatzstĂ€rksten GeschĂ€ft mit Informations- und Kommunikationstechnik nahm Huawei umgerechnet 46,5 Milliarden Euro ein. Hierunter fĂ€llt auch der Bereich fĂŒr den Mobilfunkstandard 5G. In Deutschland verbaut Huawei seine Produkte ĂŒberwiegend im Antennennetz, nicht aber im als kritisch erachteten Kernnetz, wie die Firma betont.
In der Bundesregierung wird debattiert, aus Angst vor Spionage die Kernnetze in der Bundesrepublik frei von kritischen Komponenten chinesischer Hersteller wie Huawei und ZTE zu machen. Laut Huawei kann der chinesische Staat ĂŒber die Antennen nicht spionieren, weil es keine Möglichkeit gibt, ĂŒber sie Daten auszuwerten.


