ROUNDUPSchÀtzung, Starkes

Starkes Jahresende fĂŒr den Einzelhandel

08.01.2025 - 11:55:31

Der deutsche Einzelhandel hat laut einer ersten amtlichen SchÀtzung im vergangenen Jahr seinen Umsatz deutlich gesteigert.

Die Erlöse sind im Vergleich zum Vorjahr nominal um 2,7 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt prognostiziert. Bereinigt um die Preiseffekte (real) sei das GeschĂ€ft voraussichtlich um 1,3 Prozent gewachsen. Das Wachstum stammt allein aus der zweiten JahreshĂ€lfte, denn bis dahin war die reale Umsatzentwicklung mit einem Minus von 0,4 Prozent noch rĂŒcklĂ€ufig.

In den beiden vorangegangenen Jahren 2022 und 2023 hatten hohe Preissteigerungen die Kunden von zusĂ€tzlichen EinkĂ€ufen abgehalten. Das Rekordniveau von 2021 wurde aber auch im konsumfreundlicheren Jahr 2024 nicht erreicht. Der reale Jahresumsatz werde voraussichtlich 2,7 Prozent niedriger ausfallen als 2021, berichtete das Bundesamt. Das Vorkrisenjahr 2019 werde hingegen um 2,6 Prozent ĂŒbertroffen.

FĂŒr den November legte das Amt vorlĂ€ufige Zahlen vor, von denen aus auf das Jahresergebnis hochgerechnet wurde. Die Statistiker registrieren in dem Monat nominale Umsatzsteigerungen von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nach Abzug der Preis-, Kalender- und Saisoneffekte bleibt ein realer Zuwachs von 2,5 Prozent. Besonders stark entwickelte sich in dem Monat der Internet- und Versandhandel mit einem realen Umsatzzuwachs von 9,7 Prozent.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte zum Jahresende eine deutlich pessimistischere Prognose abgegeben. Die Branche erwartete zuletzt fĂŒr 2024 nur noch ein nominales Plus von 1,3 Prozent auf 657 Milliarden Euro, was preisbereinigt ein Nullwachstum bedeute. HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth sieht daher die SchĂ€tzung des Bundesamtes kritisch: Sie basiere fĂŒr den Dezember nicht auf den Umsatzmeldungen der Unternehmen. Zudem beruhten die deutlichen Steigerungen im Onlinehandel mindestens zum Teil auf Umstrukturierungen bei einem sehr großen Versender. Eigene Zahlen will der Verband Ende Januar vorlegen.

@ dpa.de