Ex-CDU-GeneralsekretÀr Czaja stimmt Finanzpaket nicht zu
16.03.2025 - 18:07:30"Ich habe meiner Fraktion gegenĂŒber zum Ausdruck gebracht, dass ich dieser GrundgesetzĂ€nderung nicht zustimmen kann", sagte der scheidende Berliner Bundestagsabgeordnete dem Nachrichtenportal "The Pioneer". Diese sei "nicht generationengerecht, und die BegrĂŒndungen, die dafĂŒr herangezogen werden, sind nicht redlich".
"Ich hĂ€tte das mir nicht vorstellen können, dass wir in so kurzer Zeit eine so wichtige Zusage, die wir bei der Bundestagswahl getroffen haben, nicht mehr bereit sind, umzusetzen", sagte Czaja. Eine "solch grundlegende Ănderung zu dem, was man vor der Wahl gesagt hat, nach der Wahl umzusetzen, ist ein sehr hoher Vertrauensverlust in die demokratische Mitte", warnte er.
"GroĂe Bauchschmerzen"
Er fĂŒhrte aus: "Wir haben immer klar zum Ausdruck gebracht und unser Kanzlerkandidat Friedrich Merz ebenso: Wir mĂŒssen zunĂ€chst an der DysfunktionalitĂ€t des Staates arbeiten." Man brauche eine Staatsreform und mĂŒsse "den aufgeblĂ€hten Staatsapparat abbauen". Wenn dieser Prozess abgeschlossen sei, könne man auch ĂŒber eine notwendige Reform der Schuldenbremse sprechen. "Aber eben am Ende und nicht am Anfang." Er spĂŒre, "dass viele in der CDU/CSU-Fraktion mit sehr groĂen Bauchschmerzen in den kommenden Dienstag gehen".
Union und SPD hatten sich bei ihren GesprĂ€chen zur Bildung einer neuen Bundesregierung auf eine Lockerung der Schuldenbremse fĂŒr Verteidigungsausgaben und ein 500 Milliarden Euro schweres, kreditfinanziertes Sondervermögen fĂŒr Investitionen verstĂ€ndigt. Die nötigen GrundgesetzĂ€nderungen sollen noch vom alten Bundestag beschlossen werden, bevor sich das neue Parlament konstituiert. Nach hartem Ringen haben die voraussichtlichen kĂŒnftigen KoalitionĂ€re dazu eine Einigung mit den GrĂŒnen erzielt.
Czaja war Anfang 2022 GeneralsekretĂ€r geworden, als Merz die FĂŒhrung der Bundes-CDU ĂŒbernahm. Im Sommer 2023 wechselte Merz den frĂŒheren Berliner Sozialsenator dann gegen den Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann aus. Bei der Bundestagswahl im Februar verpasste Czaja den Wiedereinzug ins Parlament.

