Fahrrad, E-Bike

Studie: Deutschland ist bei E-Bikes Hochburg in Europa

23.06.2023 - 08:20:14

Der Elektro-Antrieb hat lÀngst das Fahrrad erobert. Egal ob Mountainbike oder Lastenrad - immer mehr RÀder sind motorisiert. In Deutschland ist der Trend besonders stark.

Deutschland ist beim Trend zum Elektro-Fahrrad eine Hochburg in Europa. Mit E-Bikes wurde hierzulande 2022 ein Umsatz von knapp 6,2 Milliarden Euro erzielt - fast die HÀlfte (45 Prozent) des gesamten europÀischen Umsatzes mit Elektro-RÀdern, zeigt eine am Freitag veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft EY.

In Deutschland steuerten Elektro-RĂ€der mehr als 80 Prozent des Umsatzes mit FahrrĂ€dern bei, hieß es darin. Europaweit lag der Anteil 2022 bei 62 Prozent. Ähnlich hoch wie in Deutschland war der Umsatzanteil der E-Bikes demnach in den Niederlanden, wĂ€hrend E-RĂ€der in Großbritannien nur fĂŒr 16 Prozent des Gesamtumsatzes standen. In Frankreich lag der Wert bei rund 60 Prozent, in Spanien bei ĂŒber 40 Prozent. Wegen der deutlich höheren Preise als bei klassischen RĂ€dern sind E-Bikes fĂŒr die Fahrradindustrie gerade in Deutschland lukrativ. Der Boom dĂŒrfte sich auch wegen des Trends zu elektrifizierten LastenrĂ€dern fortsetzen, so die Studienautoren.

E-Bikes ĂŒberholen voraussichtlich klassische RĂ€der im Verkauf

Europaweit waren 2022 bereits knapp ein Viertel der verkauften RĂ€der E-Bikes, stellte EY weiter fest. In Deutschland hingegen dĂŒrften E-Bikes die klassischen RĂ€der schon dieses Jahr erstmals im Verkauf ĂŒberholen, schĂ€tzt der Fahrradindustrieverband ZIV.

Der Absatz der Elektro-RĂ€der hat sich hierzulande seit 2015 vervierfacht, so der ZIV, und das trotz hoher Preise: Im Jahr 2022 kostete ein E-Bike im Schnitt 2800 Euro und damit mehr als fĂŒnfmal so viel wie ein mechanisches Rad (500 Euro). Wegen der großen Nachfrage in der Pandemie seien die Preise fĂŒr E-Bikes in Europa zwischen 2018 und 2022 um rund 40 Prozent gestiegen, errechnete EY.

Nun dĂŒrften E-Bikes wieder billiger werden, meinen die Autoren. Sie erwarten 2023 im europĂ€ischen Schnitt einen PreisrĂŒckgang von fĂŒnf Prozent. Eine Prognose fĂŒr Deutschland lag nicht vor. «Die LĂ€ger der FahrradlĂ€den sind voll, aber die Nachfrage steigt nicht mehr so stark wie in den Vorjahren», sagte EY-Experte Constantin Gall. Verbraucher könnten kurzfristig auf Rabattaktionen im Handel hoffen.

Boom in der Pandemie

Die Fahrradbranche hatte in der Pandemie einen Boom erlebt, da Kunden den Öffentlichen Nahverkehr scheuten und das Radeln bei geringem Infektionsrisiko an der frischen Luft entdeckten. Wegen der hohen Nachfrage kamen Hersteller nicht hinterher, es kam zu Lieferproblemen. Zuletzt kĂŒhlte sich der Markt wieder ab.

EY glaubt aber, dass der Umsatz der europĂ€ischen Fahrradbranche dank steigender Absatzzahlen weiter zunimmt - um 1,7 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro in diesem Jahr. Zum Vergleich: 2018 lag der Umsatz noch bei 13 Milliarden Euro. Deutschland war mit rund 7,4 Milliarden Euro Erlös 2022 der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Fahrradmarkt in Europa, gefolgt von Italien (3,1 Mrd) und Großbritannien (2,4 Mrd).

@ dpa.de