Tesla rechnet mit Produktionssteigerung in deutschem Werk
31.12.2025 - 06:00:15Der US-Elektroautobauer Tesla peilt fĂŒr seine Autofabrik in GrĂŒnheide bei Berlin trotz schwieriger Marktlage in Deutschland eine erneute Steigerung der Produktion im Jahr 2026 an. In jedem Quartal habe Tesla im abgelaufenen Jahr die Produktion weiter steigern können - so wie geplant, sagte Werksleiter AndrĂ© Thierig der Deutschen Presse-Agentur.Â
«Wir schauen damit auch positiv ins neue Jahr und gehen von einer weiteren Steigerung aus.» Rund 11.000 BeschÀftigte stellen laut Unternehmen in dem Werk in Brandenburg gut 5.000 Fahrzeuge pro Woche her, das sind rund 250.000 Fahrzeuge im Jahr.
«Wir konnten die ArbeitsplĂ€tze hier sichern, waren niemals wie andere Industriestandorte in Deutschland von Produktionsstillstand oder Stellenabbau betroffen», sagte der Werksleiter. Der Standort sei auch im Jahr 2025 weiter ausgebaut worden mit substanziellen Investitionen nicht nur in den Anlauf der Modelle. So sei ein neues GebĂ€ude fĂŒr Vorserienfahrzeuge errichtet worden.
Tesla-Werksleiter geht von «stabiler Lage» ausÂ
Die aktuelle Lage bezeichnete der Werksleiter als «stabil». «Wir beobachten das natĂŒrlich kontinuierlich und werden dann die MĂ€rkte und die Produktion auch entsprechend anpassen», sagte Thierig. «Kanada ist als Markt hinzugekommen.» Kanadische Kunden könnten die Fahrzeuge aus GrĂŒnheide gĂŒnstiger kaufen, weil die höheren US-Einfuhrzölle nicht anfallen.
Die Autobranche steckt weltweit in einer ProfitabilitĂ€tskrise. In Deutschland hat der Elektroautomarkt wieder angezogen, fĂŒr Tesla bleibt er dort schwierig: Von Januar bis November 2025 wurden 17.358 Tesla-Pkw neu zugelassen, berichtete das Kraftfahrt-Bundesamt. Das war ein Minus von rund 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.Â
Tesla beliefert von GrĂŒnheide in Brandenburg aus allerdings mehr als 30 MĂ€rkte und ist damit weniger krisenanfĂ€llig. Die einzige europĂ€ische E-Auto-Fabrik von Tesla-Chef Elon Musk begann im Jahr 2022 offiziell mit der Produktion.Â
Ausbau der Fabrik weiter geplantÂ
WĂ€hrend US-PrĂ€sident Donald Trump eine Elektroauto-PrĂ€mie von 7.500 Dollar auslaufen lieĂ, will die Bundesregierung Haushalte vor allem mit kleinem und mittlerem Einkommen bei Kauf und Leasing von E-Autos unterstĂŒtzen. Der Werksleiter hĂ€lt dies fĂŒr sinnvoll, dringt aber auf Tempo.
«Wichtig ist es unserer Meinung nach, dass die AnkĂŒndigung jetzt sehr schnell umgesetzt wird, damit die Verbraucher auch wirklich wissen, was genau kommt und wann es auch kommt», sagte Thierig. Allerdings sollen nach PlĂ€nen der EU-Kommission auch nach 2035 Autos mit Verbrenner neu zugelassen werden können.
Den geplanten Ausbau der Fabrik hat der Autobauer weiter im Blick. «Die erste Teilgenehmigung fĂŒr den Ausbau der ProduktionskapazitĂ€ten haben wir bereits erhalten», sagte der Werksleiter. «FĂŒr die zweite Teilgenehmigung haben wir den Antrag noch nicht eingereicht.» Dazu liefen Vorbereitungen. Der Schritt erfolge, wenn die EntscheidungstrĂ€ger in den USA beschlieĂen, die Fabrik auszubauen. Im Norden der Fabrik wird derzeit der Bahnhof Fangschleuse verlegt und eine neue LandstraĂe entsteht.
Mitte Dezember hatte der US-Elektroautobauer angekĂŒndigt, er wolle die Voraussetzungen fĂŒr eine Fertigung kompletter Batteriezellen in Deutschland schaffen. Voraussichtlich ab 2027 sollen bis zu acht Gigawattstunden Batteriezellen pro Jahr produziert werden.
UmweltschĂŒtzer haben groĂe Bedenken, weil die Fabrik teils im Wasserschutzgebiet liegt. Tesla weist die Bedenken zurĂŒck und verweist unter anderem auf einen sinkenden Wasserverbrauch. Seit mehr als einem Jahr werde das komplette Produktionsabwasser recycelt. Damit werde deutlich weniger Wasser verbraucht als in den vergangenen Jahren, so der Werksleiter.


