Techem erwirbt Smart-Meter-Firma
09.09.2025 - 10:47:53Die Transaktion sei in der vergangenen Woche abgeschlossen worden. Beide Unternehmen sollen den PlĂ€nen zufolge die flĂ€chendeckende Installation intelligenter Messsysteme beschleunigen. Techem will in den kommenden fĂŒnf Jahren 320 Millionen Euro in die Installation und den Betrieb der Smart-Meter-GerĂ€te investieren, wie Hartmann sagte. Smart-Meter-Instrumente sollen zum einen den Verbrauch transparenter machen, weil sie fortwĂ€hrend Daten ĂŒber den Stromverbrauch liefern. Zum anderen ermöglichen sie es Kunden, ihren Verbrauch je nach VerfĂŒgbarkeit erneuerbarer Energien zu steuern und dynamische Stromtarife zu nutzen. Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) schreibt die EinfĂŒhrung von Smart Metern in Deutschland neuerdings vor, sie lĂ€uft allerdings langsam und schrittweise an. Das Bundeswirtschaftsministerium nennt die GerĂ€te die "digitale Infrastruktur fĂŒr unser zukĂŒnftiges auf erneuerbaren Energien basierendes Energiesystem". Bisher sind nur wenige der StromzĂ€hler solche intelligenten Systeme. Techem ist in Deutschland eines von zwei dominanten Unternehmen - neben Ista -, die den Verbrauch von Heiz- und Wasserkosten in MehrparteienhĂ€usern erfassen. Im Jahr 2021 stieg das Unternehmen ins GeschĂ€ft mit intelligenten Stromverbrauchsmessern ein. Der jetzige Zukauf ist der erste seiner Art. Techem bekommt gerade eine neue Eignerstruktur. Der Schweizer Finanzinvestor Partners Group wollte den Erfasser von Heizungs- und Wasserkosten in Immobilien fĂŒr 6,7 Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor TPG verĂ€uĂern. Doch der zog sich aus Vereinbarung zurĂŒck, als die EU-Kartellaufsicht im Mai eine vertiefte PrĂŒfung wollte. Stattdessen steigt TPG nun mit einer Minderheitsbeteiligung ein, Partners hĂ€lt weiterhin die Mehrheit. Laut Mitteilung von damals versprechen sich die Beteiligten Wachstum unter anderem von den Smart-Metern. Techem und Inexogy stellen die intelligenten GerĂ€te nicht selbst her, sondern installieren sie. Techem bedient vor allem Eigner und Verwalter von MehrparteienhĂ€usern, Inexogy viele gewerbliche Kunden. Zimmer ist in der Telekomindustrie bekannt als GrĂŒnder der Gesellschaft Inexio, die unter der Ăgide der Private-Equity-Gesellschaft EQT mit der Deutschen Glasfaser fusionierte. Zimmer sitzt dort im Aufsichtsrat. Vier Jahre lang agierte er als PrĂ€sident des Verbands der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM). Zum Transaktionsvolumen sagten beide Manager nichts. Techem kauft sich in erster Linie die Wachstumshoffnung eines Start-ups ein. Inexogy erzielt nach Zimmers Worten momentan zehn Millionen Euro Jahresumsatz, aber der Auftragseingang deutet auf steiles Wachstum: "Wir glauben, dass wir in den nĂ€chsten vier, fĂŒnf Jahren substanziell in Richtung 200 bis 250 Millionen Euro Umsatz wachsen werden." Das sei der bisherige GeschĂ€ftsplan ohne die Techem-Kooperation. Gewinn fĂ€llt bisher nicht an. "Wir sind derzeit noch nicht profitabel, aber kurz davor."


