Energieverbrauch, Deutschland

Energieverbrauch ĂŒberraschend krĂ€ftig gestiegen

27.05.2025 - 10:38:11 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Energieverbrauch in Deutschland hat in den ersten drei Monaten 2025 einen unerwartet krÀftigen Zuwachs verzeichnet.

Braunkohlekraftwerk (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen rechnet mit einem Anstieg um 5,5 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresquartal auf 3.151 Petajoule (PJ) oder 107,5 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten. Einen maßgeblichen Einfluss auf die aktuelle Verbrauchsentwicklung hatte demnach die Substitution der infolge ungĂŒnstiger WetterverhĂ€ltnisse eingeschrĂ€nkten Stromerzeugung aus Wind und Wasser durch fossile EnergietrĂ€ger. Der gegenĂŒber der Nutzung erneuerbarer Energien geringere Wirkungsgrad thermischer Kraftwerke fĂŒhrte zu einer Erhöhung des Verbrauchs an PrimĂ€renergie.

Einen weiteren verbrauchssteigernden Effekt hatte die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insbesondere im Februar deutlich kĂŒhlere Witterung, was eine erhöhte Nachfrage nach WĂ€rmeenergien zur Folge hatte. Um den Witterungseffekt bereinigt wĂ€re der Energieverbrauch der AG zufolge in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres nur um 3,5 Prozent gestiegen. Einen verbrauchssenkenden Effekt hatte die weiterhin schwache wirtschaftliche Entwicklung sowie der fehlende Schalttag des Vorjahres. Von der unterschiedlichen Preisentwicklung bei den einzelnen EnergietrĂ€gern gingen, so die AG Energiebilanzen, "differenzierte Impulse" auf die Verbrauchsentwicklung aus: Gesunkene Einfuhrpreise fĂŒr Rohöl begĂŒnstigten demnach MehrverbrĂ€uche im Verkehrssektor und veranlassten viele Verbraucher zur Aufstockung ihrer HeizölvorrĂ€te. Der im Vergleich zum ersten Quartal 2024 geringere Importpreis fĂŒr Steinkohle verbesserte die Wettbewerbsposition der Kohle auf dem Strommarkt. Hingegen schlug sich der Anstieg der Erdgaspreise in höheren WĂ€rme- und Produktionskosten sowie einem Anstieg der Strompreise nieder. Der Verbrauch von Mineralöl erhöhte sich in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 4,0 Prozent. Der Verbrauch von Ottokraftstoff stieg um fĂŒnf Prozent, beim Dieselkraftstoff kam es zu einer Verbrauchszunahme um 2,6 Prozent. Der Absatz von Flugkraftstoff verringerte sich dagegen leicht um 0,8 Prozent. Die Lieferung von Rohbenzin an die chemische Industrie erhöhte sich um 3,7 Prozent. Der Absatz von leichtem Heizöl stieg krĂ€ftig um mehr als 20 Prozent, da viele Verbraucher infolge gĂŒnstiger Preise ihre VorrĂ€te aufstockten. Der Erdgasverbrauch verzeichnete im ersten Quartal des laufenden Jahres einen Zuwachs um 11,6 Prozent. Die vor allem im Februar kalte Witterung ließ die Nachfrage nach Erdgas fĂŒr Heizzwecke deutlich steigen. Auch der Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung stieg stark an und leistete damit einen Beitrag zum Ausgleich der gesunkenen Stromerzeugung aus Wind und Wasser. Industrien mit hohem Erdgasverbrauch trugen ebenfalls zum Verbrauchsanstieg bei. Der Verbrauch an Steinkohle lag in den ersten drei Monaten rund fĂŒnf Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Der Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken zur Stromerzeugung stieg infolge der rĂŒcklĂ€ufigen Einspeisung aus Windenergieanlagen und Wasserkraftwerken um 33 Prozent. Der Absatz an die Eisen- und Stahlindustrie verminderte sich dagegen aufgrund der gesunkenen Roheisenproduktion um 14 Prozent. Im ersten Quartal 2025 wurde in Deutschland 6,7 Prozent mehr Braunkohle genutzt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, so die AG weiter. Diese Entwicklung spiegelt demnach vor allem den gestiegenen Einsatz in Kraftwerken der allgemeinen Versorgung wider. Hauptursache fĂŒr den Anstieg war die im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Erzeugung von Strom aus Wind und Wasser, die durch den vermehrten Einsatz konventioneller EnergietrĂ€ger kompensiert werden musste. Im ersten Quartal 2025 stiegen die Stromimporte um mehr als 15 Prozent auf 19 Milliarden Kilowattstunden (Milliarden kWh). Dem standen Ausfuhren in Höhe von 16,2 Milliarden kWh (minus 5,6 Prozent) gegenĂŒber. Der ImportĂŒberschuss betrug knapp 2,8 Milliarden kWh beziehungsweise 10 PJ. Der Beitrag der erneuerbaren Energien lag im ersten Quartal 2025 insgesamt 3,2 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die windarme und trockene Witterung verminderte die Stromerzeugung aus Wind um 30 Prozent und die aus Wasser um 23 Prozent. Eine hohe Zahl von Sonnenstunden brachte der Photovoltaik einen Zuwachs um 24 Prozent. Witterungsbedingt nahm der Einsatz erneuerbarer Energien in der WĂ€rmeerzeugung leicht zu. Die Steigerung des Einsatzes fossiler Brennstoffe in der Stromerzeugung und in der WĂ€rmeversorgung fĂŒhren nach ĂŒberschlĂ€gigen Berechnungen der AG Energiebilanzen zu einer Erhöhung der energiebedingten CO2-Emissionen um etwa sieben Prozent oder rund elf Millionen Tonnen (Millionen t).

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