Estnischer, Minister

Estnischer Minister will OrbĂĄn das EU-Stimmrecht entziehen

06.04.2025 - 08:30:41

Der estnische Außenminister Margus Tsahkna hat die Politiker der EuropĂ€ischen Union zu einer hĂ€rteren Linie gegen den ungarischen Regierungschef Viktor OrbĂĄn aufgerufen.

Im Interview der "Rheinischen Post" warf er Orbån vor, er spiele nur dem russischen PrÀsidenten Wladimir Putin in die HÀnde. "Wir haben mit Ungarn ein sehr schwaches Land, dass in Putins Mannschaft mitspielt. Nicht in unserer europÀischen."

Tsahkna schlug vor, dem Ungarn bei wichtigen Entscheidungen, etwa zur europĂ€ischen Außen- und Sicherheitspolitik, befristet das Stimmrecht zu entziehen. Dazu biete Artikel 7 des Vertrags ĂŒber die EuropĂ€ische Union die Möglichkeit, wenn die Sicherheit Europas und die der anderen Mitglieder gefĂ€hrdet sei, sagte Tsahkna. "Das ist also genau das, was OrbĂĄn tut."

Der Außenminister Estlands rief zudem dazu auf, eingefrorenes russisches Vermögen einzuziehen. "Wir haben eingefrorene, immobile Vermögenswerte in Europa im Wert von 240 Milliarden und mehr. Das russische Zentralbankgeld liegt ĂŒberwiegend in Belgien", sagte er. Alle sechs Monate mĂŒsse ĂŒber die VerlĂ€ngerung der Sanktionen entschieden werden. Und jedes Mal sei die Zustimmung Ungarns dafĂŒr nötig. "Sollten sie das im Juni blockieren, laufen nicht nur die Sanktionen aus, dann mĂŒssten wir Putin die 240 Milliarden Euro aushĂ€ndigen." Um gegenĂŒber der europĂ€ischen Bevölkerung deswegen nicht in ErklĂ€rungsnot zu geraten, sollten diese Vermögenswerte beschlagnahmt werden. Dazu gebe es rechtliche Möglichkeiten, so der Minister. "Wir können doch nicht von unseren Steuerzahlern Geld verlangen, um die Ukraine zu unterstĂŒtzen, und nicht von Russland, das der Aggressor ist." Russland hatte sein Nachbarland vor gut drei Jahren ĂŒberfallen.

@ dpa.de