EU-Rechnungshof alarmiert wegen Meeresverschmutzung
04.03.2025 - 17:07:58"Trotz Verbesserungen in den letzten Jahren zeigt sich die EU unfÀhig, hier wirklich Abhilfe zu schaffen", sagte Nikolaos Milionis, Mitglied des EuropÀischen Rechnungshofs.
Verschmutzung sei im GroĂteil der europĂ€ischen Meere noch ein Problem - etwa, weil Ăl ins Meer lĂ€uft, AbfĂ€lle unsachgemÀà entsorgt werden, FischereiausrĂŒstung im Meer zurĂŒckgelassen wird oder Container verloren gehen. "Das Null-Schadstoff-Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der biologischen Vielfalt und der FischbestĂ€nde liegt also in weiter Ferne", sagte Milionis.
Schlupflöcher und mangelnde Kontrollen
Im Jahr 2022 war ein Umweltaktionsprogramm der EU in Kraft getreten, das Ziele fĂŒr die EU-Umwelt- und Klimapolitik bis 2030 festlegt. Ein Punkt ist das Null-Schadstoff-Ziel fĂŒr die Meere. Die EU-Gesetze seien zwar verschĂ€rft worden und teilweise strenger als internationale Vorgaben, doch die Umsetzung durch die 22 EU-KĂŒstenanrainer sei "bei Weitem nicht zufriedenstellend", heiĂt es in der Mitteilung des Rechnungshofs.
Die EU-PrĂŒfer warnen zum Beispiel, dass EigentĂŒmer von Schiffen Recyclingpflichten umgehen, indem sie Schiffe in einem Land auĂerhalb der EU registrieren lassen. Laut Rechnungshof fallen zudem Sanktionen fĂŒr UmweltsĂŒnder nach wie vor milde aus.
Umfang der Verschmutzung weitgehend unbekannt
In den Jahren 2022 und 2023 seien rund 7.700 mögliche FĂ€lle von Verschmutzung in den Meeren der EU durch den europĂ€ischen SatellitenĂŒberwachungsdienst fĂŒr Ăl, "CleanSeaNet", ermittelt worden. Nach Angaben des Hofs reagierten die EU-LĂ€nder nur auf weniger als die HĂ€lfte der Warnmeldungen.
Die EU habe Schwierigkeiten, die Verschmutzung der Meere durch Schiffe zu ĂŒberwachen, hieĂ es auch. Es sei weitgehend unbekannt, wie viel Ăl, Schadstoffe und AbfĂ€lle tatsĂ€chlich von Schiffen ins Meer gelangen oder wer die Verschmutzer sind.

