Juncker: 'Ich bin kein Freund von Grenzkontrollen'
15.09.2024 - 14:18:05"Ich bin kein Freund von Grenzkontrollen, weil sie mit massiven Unannehmlichkeiten fĂŒr die Pendler verbunden sind", sagte Juncker der Deutschen Presse-Agentur in Luxemburg.
StationĂ€re Grenzkontrollen hĂ€lt er fĂŒr besonders problematisch. "Wenn es Kontrollen geben muss, dann wĂ€ren mobile statt stationĂ€re Kontrollen nicht an der Grenze, sondern im Hinterland weniger schwierig fĂŒr Betroffene", sagte er mit Blick auf die Grenze zu Luxemburg. Mehr als 50.000 deutsche GrenzgĂ€nger arbeiten in dem Nachbarland.
Kontrollen an allen deutschen Grenzen
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat ab Montag (16. September) vorĂŒbergehende Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen angeordnet, unter anderem, um die Zahl unerlaubter Einreisen stĂ€rker einzudĂ€mmen. Die zusĂ€tzlichen Kontrollen sollen zunĂ€chst sechs Monate andauern. An einem Teil der deutschen Grenzen gibt es solche Kontrollen schon lĂ€nger.
Juncker sagte, er habe VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass man wĂ€hrend der FuĂball-EM stationĂ€re Grenzkontrollen mache. "Jetzt um das Thema FlĂŒchtlinge, Zuwanderer und illegale Einwanderer herum stationĂ€re Grenzkontrollen fĂŒr einen langen Zeitraum durchzufĂŒhren, das scheint mir nicht angebracht." Juncker war von 2014 bis 2019 EU-KommissionsprĂ€sident.
Juncker sorgt sich um Schengen
Im Schengen-Raum haben auch andere LĂ€nder wieder zeitlich befristete Grenzkontrollen eingefĂŒhrt. "Ich sehe das mit Sorge", sagte Juncker. "Im gelebten Europa: Dass man jetzt ohne viel Federlesen die Errungenschaft der europĂ€ischen Integration zur Disposition stellt, das macht mich schon besorgt." Es dĂŒrfe nicht sein, "dass man wieder in den Köpfen und in den Herzen der Menschen Grenzen entstehen lĂ€sst".
2025 ist es 40 Jahre her, dass das Schengener Abkommen unterzeichnet wurde. Am 14. Juni 1985 vereinbarten Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande den schrittweisen Abbau der Grenzkontrollen. Heute gehören 29 LÀnder zum Schengen-Raum.

