Ukrainischer Ex-PrÀsident Poroschenko will erneut kandidieren
03.04.2024 - 14:09:46"Wenn Sie mich fragen, ob ich an den nĂ€chsten Wahlen teilnehmen möchte - ja", sagte der Ex-Staatschef dem arabischen Sender Al Jazeera in der Nacht zum Mittwoch. Doch bevor Wahlen stattfinden könnten, mĂŒsse die Ukraine einen Sieg ĂŒber Russland erringen. Als anderen politischen Plan nannte der Chef der gröĂten nicht verbotenen Oppositionspartei, sich nach einem kĂŒnftigen EU-Beitritt der Ukraine ins EuropĂ€ische Parlament wĂ€hlen zu lassen.
Poroschenko verlor 2019 nach fĂŒnf Jahren im Amt die Wahlen gegen Wolodymyr Selenskyj. Der Verfassung zufolge hĂ€tte die nĂ€chste PrĂ€sidentenwahl am vergangenen Sonntag stattfinden mĂŒssen. Aufgrund des geltenden Kriegsrechts wurde sie jedoch nicht angesetzt. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der ukrainischen Gesellschaft Wahlen unter Kriegsbedingungen ab.
Zwar lĂ€uft die regulĂ€re Amtszeit von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj am 20. Mai aus. Doch kann der Amtsinhaber sich auf einen weiteren Passus in der Verfassung berufen, wonach der PrĂ€sident bis zum Amtsantritt des nĂ€chsten Staatschefs das Amt weiter ausĂŒbt. Zudem können die Vollmachten des PrĂ€sidenten wĂ€hrend des Kriegsrechts nicht beschnitten werden. Die Ukraine wehrt seit ĂŒber zwei Jahren eine russische Invasion ab.
Russland schickt sich unterdessen an, die angeblich wegfallende LegitimitĂ€t Selenskyjs als Druckmittel zu nutzen. Nach dem 20. Mai werde Selenskyj den Status eines Diktators und illegalen Machthabers haben, erklĂ€rte Sergej Mironow, Chef der Partei Gerechtes Russland, am Dienstag. Moskau werde seine militĂ€rischen Ziele in der Ukraine erreichen; es mĂŒsse dann nicht mehr Selenskyj sein, der eine ukrainische Kapitulation unterzeichne. Ăhnlich hatte Tage zuvor AuĂenminister Sergej Lawrow gesagt, es könnte sein, dass Moskau nach dem 20. Mai nicht mehr mit Selenskyj werde reden mĂŒssen.

