ROUNDUP, Trump

Trump will Prozess verzögern und schaltet Oberstes US-Gericht ein

13.02.2024 - 06:00:01 | dpa.de

Der frĂŒhere US-PrĂ€sident Donald Trump geht juristisch gegen die Entscheidung eines Berufungsgerichts vor, wonach er fĂŒr seine Handlungen im Amt keine ImmunitĂ€t genießt.

Trumps AnwÀlte reichten am Montag einen entsprechenden Antrag beim Supreme Court ein, um das Urteil auszusetzen.

Mit dem Schritt spielt der Republikaner inmitten des sich heiß laufenden Wahlkampfes auf Zeit: Trump will erreichen, dass sich sein Prozess wegen versuchten Wahlbetrugs in Washington verzögert. Er bat den Supreme Court deshalb um Aussetzung des Urteils, bis sich alle Richterinnen und Richter des Berufungsgerichts mit der Frage seiner ImmunitĂ€t beschĂ€ftigt haben.

Trump will fĂŒr die Republikaner noch einmal ins Weiße Haus einziehen. Bisher deutet alles auf eine Neuauflage des Rennens zwischen Trump und dem amtierenden PrĂ€sidenten Joe Biden hin. Sein Antrag beim Supreme Court kommt nicht ĂŒberraschend. Er hatte angekĂŒndigt, den Beschluss des Berufungsgerichts zu seiner ImmunitĂ€t anzufechten und das Oberste Gericht anzurufen.

Nun liegt der Ball erst einmal bei den Richterinnen und Richtern des Obersten Gerichts des Landes. Von ihrem Vorgehen hÀngt ab, ob und wann der Prozess wegen versuchten Wahlbetrugs gegen den Republikaner in Washington beginnen kann. Der Supreme Court muss den Antrag nicht annehmen.

Trumps AnwÀlte berufen sich auf ImmunitÀt

Trump ist in der US-Hauptstadt im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug angeklagt. Seine AnhĂ€nger hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg Bidens bei der PrĂ€sidentenwahl formal zu bestĂ€tigen. Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede mit der Behauptung aufgewiegelt, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei. Infolge der Krawalle kamen damals fĂŒnf Menschen ums Leben.

Der Republikaner hatte bereits kurz nach der Wahl auf verschiedenen Ebenen versucht, das Wahlergebnis nachtrĂ€glich zu kippen. Seine Niederlage gegen Biden erkennt er bis heute nicht an und verbreitet die LĂŒge vom Wahlbetrug. Die Ermittlungen gegen ihn bezeichnet er regelmĂ€ĂŸig als "politische Hexenjagd".

Trump und seine AnwĂ€lte wollen erreichen, dass die Anklage zu versuchtem Wahlbetrug in Washington fallen gelassen wird. Sie berufen sich dabei auf die ImmunitĂ€t Trumps in seinem damaligen Amt als PrĂ€sident. Sie argumentieren, dass Trump nicht rechtlich fĂŒr Taten belangt werden könne, die zu seinen Pflichten als PrĂ€sident gehörten.

Berufungsgericht: Trump nicht vor Strafverfolgung geschĂŒtzt

Die Staatsanwaltschaft betont hingegen, dass Trumps Versuche, das Wahlergebnis zu kippen, nicht zu seinen Pflichten als PrĂ€sident gehört hĂ€tten. Ein Berufungsgericht in der US-Hauptstadt hatte den AnklĂ€gern in der vergangenen Woche recht gegeben und entschieden, dass der 77-JĂ€hrige fĂŒr Handlungen im Amt strafrechtlich verfolgt werden kann.

Das oberste US-Gericht könnte nun das Urteil des Berufungsgerichts erst einmal aussetzen, um eine Berufung zu prĂŒfen. Eigentlich sollte der Prozess in Washington Anfang MĂ€rz beginnen. Die zustĂ€ndige Richterin hatte den Beginn des Verfahrens bis zur endgĂŒltigen KlĂ€rung der ImmunitĂ€tsfrage aber auf unbestimmte Zeit verschoben.

Supreme Court beschÀftigt sich noch mit weiterer zentraler Frage

Die Frage nach strafrechtlicher Verfolgung eines ehemaligen PrĂ€sidenten ist von weitreichender Bedeutung. Sie hat immense Bedeutung fĂŒr kĂŒnftige PrĂ€sidenten. Sollten diese wirklich ImmunitĂ€t genießen, könnten sie Straftaten im Amt begehen, ohne Konsequenzen fĂŒrchten zu mĂŒssen. Auch fĂŒr den Wahlkampf ist entscheidend, ob Trump Recht bekommt oder nicht.

Bereits in der vergangenen Woche befasste sich der Supreme Court mit Trump. Bei einer mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit verfolgten Anhörung beschĂ€ftigten sich die Richterinnen und Richter mit der Frage, ob der Republikaner weiterhin an den Vorwahlen teilnehmen darf. Sie zeigten sich eher skeptisch, den frĂŒheren PrĂ€sidenten vom höchsten Amt im Staate auszuschließen. Trump hatte sich zuvor an das Gericht gewandt, um ein Urteil aus dem Bundesstaat Colorado zu kippen, wonach er sich aufgrund seiner Rolle in Verbindung mit dem Angriff auf das US-Kapitol 2021 fĂŒr die Vorwahl disqualifiziert hat.

Der Supreme Court ist unter Trump deutlich konservativer geworden. Der Republikaner verschob wÀhrend seiner Amtszeit die Mehrheiten am Gericht deutlich. Allerdings entschied das Gericht in der Vergangenheit nicht immer Sinne des ehemaligen PrÀsidenten./trö/DP/zb

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