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Haftbefehl nach Nord-Stream-AnschlÀgen erwirkt

14.08.2024 - 09:14:54

Der Generalbundesanwalt sucht laut Medienberichten einen VerdÀchtigen im Fall der Sabotage an den Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee vor fast zwei Jahren per Haftbefehl.

Eine entsprechende Anordnung sei erwirkt worden, berichteten "Die Zeit", ARD und die "SĂŒddeutsche Zeitung". Demnach fĂ€llt der Verdacht auf einen Ukrainer, dessen letzter Aufenthaltsort in Polen gelegen haben soll. Den Berichten zufolge ist er mittlerweile untergetaucht. Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht dazu Ă€ußern.

Mehrere Sprengungen hatten die beiden Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 am Ende September 2022 beschÀdigt und unterbrochen. Die Explosionen wurden in der NÀhe der dÀnischen Ostsee-Insel Bornholm registriert und wenig spÀter vier Lecks an drei der insgesamt vier Leitungen der Nord-Stream-Pipelines entdeckt. Durch Nord Stream 1 floss zuvor russisches Erdgas nach Deutschland. Nord Stream 2 war wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der folgenden politischen Streitigkeiten noch nicht in Betrieb.

Weitere VerdÀchtige

Nach Recherchen der drei Medien stehen auch zwei weitere ukrainische Staatsangehörige unter Tatverdacht - darunter eine Frau. Den Bericht zufolge sollen sie an den AnschlĂ€gen beteiligt gewesen sein. Sie könnten als Taucher die SprengsĂ€tze an den Pipelines angebrachten haben, hieß es weiter. Die nun veröffentlichten Informationen stĂŒtzen sich demnach auch auf "Hinweise eines auslĂ€ndischen Nachrichtendienstes".

Bisherige Ermittlungen hatten eine Segeljacht im Visier gehabt, auf der im Juli 2023 Sprengstoffspuren entdeckt wurden. Es wurde vermutet, dass die "Andromeda" möglicherweise fĂŒr den Transport des Sprengstoffs zum Einsatz kam. Berichten zufolge gehen die Ermittler davon aus, dass das Sabotage-Kommando an Bord des Bootes mutmaßlich aus fĂŒnf MĂ€nnern und einer Frau bestand. Die Anmietung soll die Gruppe unter Vorlage gefĂ€lschter Papiere vollzogen haben.

Nur noch Deutschland ermittelt

Nach der Tat kam schnell die Frage auf, wie die Sprengladungen wohl angebracht wurden, um die Leitungen der Pipelines zu beschĂ€digen. Experten hielten es fĂŒr möglich, dass ausgebildete Taucher SprengsĂ€tze an den Orten angebracht haben könnten. Den Medienberichten zufolge soll der per Haftbefehl gesuchte Ukrainer Tauchlehrer sein. Die Behörden mehrerer LĂ€nder nahmen nach der Sabotage die Ermittlungen in dem Fall auf. Mittlerweile stellten DĂ€nemark und Schweden die Verfahren allerdings ein. Zu den TĂ€tern und den Drahtziehern kursierten lange mehrere Spekulationen.

In Deutschland hatte vor allem das Projekt Nord Stream 2 und die Beziehungen von Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach Russland fĂŒr öffentliche Debatten gesorgt. In Mecklenburg-Vorpommern soll außerdem ein Untersuchungsausschuss die VorgĂ€nge einer Klimaschutzstiftung aufklĂ€ren, die Anfang 2021 gegrĂŒndet worden war, um die Fertigstellung der Erdgasleitung unter Umgehung der US-Sanktionen zu ermöglichen, was auch gelang.

@ dpa.de