Nouripour stellt sich nicht grundsÀtzlich gegen Eurofighter an Riad
09.01.2024 - 08:48:53Die seiner Partei angehörende AuĂenministerin Annalena Baerbock hatte erwogen, sich einer britischen Lieferung des Gemeinschaftsprodukts nicht entgegenzustellen.
Als Parteichef sei er der ablehnenden Beschlusslage seiner Partei verpflichtet, sagte Nouripour am Dienstag im Deutschlandfunk. Zugleich habe sich die Sicherheitslage im Nahen Osten seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel verĂ€ndert. "Wir sehen, dass es eine grundsĂ€tzliche Dynamik gibt, und wir sehen gleichzeitig, dass es notwendig ist, sehr, sehr vorsichtig und restriktiv mit RĂŒstungsexporten umzugehen." Viele Dinge lĂ€gen derzeit auch noch nicht auf dem Tisch.
Baerbock hatte am Sonntag gesagt, dass Saudi-Arabien zur Sicherheit Israels beitrage, indem es von den jemenitischen Huthis auf Israel abgeschossene Raketen abfange. Man sehe nicht, dass sich die Bundesregierung den britischen Ăberlegungen entgegenstelle. Bundeskanzler Olaf Scholz bestĂ€rkte sie darin. Die Eurofighter sind ein europĂ€isches Gemeinschaftsprojekt, an dem Deutschland beteiligt ist und bei dessen Export es deswegen ein Vetorecht hat.
GrĂŒnen-Co-Chefin Ricarda Lang hatte eine mögliche Lieferung an Saudi-Arabien mit Verweis auf die Menschenrechtslage des Landes als falsch bezeichnet. Nouripour sagte nun, dass es zunĂ€chst nur um ein Bieterverfahren gehe, an dem London sich beteiligen könne. Dieses Verfahren könne eröffnet werden. "Das ist keine Lieferzusage."
Einen Dissens zwischen Baerbock und Lang wollte Nouripour nicht sehen. "Ich bin bei beiden und ich sehe auch nicht, dass die beiden gerade auseinanderfallen in der Wegrichtung."
Auch Lang selbst betonte im ZDF-"Morgenmagazin", dass keine Entscheidung anstehe. GroĂbritannien könne selbst entscheiden, ob es sich am Bieterverfahren beteilige. Seit dem Terrorangriff der Hamas habe "sich die Rolle von Saudi-Arabien insbesondere bei der UnterstĂŒtzung von Israel sehr verĂ€ndert", sagte sie. Aber: "Wir haben eine grundsĂ€tzliche Position als Partei, dass wir die Ăberlieferung von Eurofightern an Saudi-Arabien falsch finden."

