Iran greift als Vergeltung US-StĂŒtzpunkt in Katar an
23.06.2025 - 19:17:12Die Operation mit dem Namen "VerheiĂung des Sieges" habe begonnen, hieĂ es in einer ErklĂ€rung der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Nach Medienberichten wurden auch Raketen auf Ziele im Irak abgefeuert.
Der Angriff in der katarischen Hauptstadt Doha galt dem LuftwaffenstĂŒtzpunkt Al-Udeid, wie Irans staatlicher Rundfunk berichtete. Welche Ziele im Irak attackiert wurden, war zunĂ€chst unklar. Ein israelischer ReprĂ€sentant sagte mehreren Medien, der Iran habe insgesamt zehn Raketen auf US-Ziele in Katar abgefeuert. Katar hatte kurz vor den Angriffen die Sperrung seines Luftraums mitgeteilt.
Augenzeugen in Doha berichteten, dass zwei Minuten lang ExplosionsgerĂ€usche zu hören gewesen waren. Am Himmel seien Flugobjekte, mutmaĂlich Drohnen, geflogen.
Am Wochenende traten die Vereinigten Staaten in den Krieg zwischen Israel und dem Iran ein, der am 13. Juni begonnen hatte. Sie griffen neben der Urananreicherungsanlage in Fordo auch die Anlage in Natans mit bunkerbrechenden Bomben an. Auch eine Nukleareinrichtung in Isfahan wurde bombardiert. Irans Regierung verurteilte den Angriff als völkerrechtswidrig.
Kurz vor der BestÀtigung der Angriffe in Katar und dem Irak hatte der iranische PrÀsident, Massud Peseschkian, auf X geschrieben: "Wir haben den Krieg weder begonnen noch angestrebt. Doch wir werden die Aggression gegen den Iran nicht unbeantwortet lassen."
Angriff dĂŒrfte auch Beziehungen zwischen Iran und Katar belasten
Der Angriff dĂŒrfte auch die Beziehungen zwischen dem Golfemirat Katar und Teheran erheblich belasten. Eigentlich gilt das Land als Vermittler zwischen der Islamischen Republik und dem Westen. Auch der Emir von Katar, Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani, pflegt gute Kontakte zur iranischen Regierung.
Der LuftwaffenstĂŒtzpunkt Al-Udeid am Rande der katarischen Hauptstadt Doha ist einer der wichtigsten US-StĂŒtzpunkte im Nahen Osten. Dort sind Berichten zufolge normalerweise rund 10.000 Soldaten und ziviles Personal stationiert. Der StĂŒtzpunkt ist auch die Kommandozentrale des US-MilitĂ€rs in der Region. Das Hauptquartier des US-Regionalkommandos (Centcom) fĂŒr den Nahen Osten liegt in Tampa im Bundesstaat Florida.
Ăbereinstimmenden US-Medienberichten zufolge wurden wichtige MilitĂ€rflugzeuge, die normalerweise in Katar stationiert sind, angesichts möglicher Angriffe auf andere StĂŒtzpunkte verteilt, vor allem in Europa.
Weitere StĂŒtzpunkte des US-MilitĂ€rs befinden sich unter anderem in Bahrain, Kuwait oder dem Irak. Insgesamt sind in der Region rund 40.000 US-Soldaten stationiert.
Zuletzt hatten die USA und der Iran unter Vermittlung des Golfstaats Oman noch ĂŒber das umstrittene Atomprogramm verhandelt. Die GesprĂ€che gerieten jedoch ins Stocken - Hintergrund waren erhebliche Differenzen bei der Frage der Urananreicherung. Die USA fordern einen vollstĂ€ndigen Stopp, was Teheran als rote Linie betrachtet.
USA und Iran bereits 2020 am Rande des Kriegs
Bereits im Jahr 2020 hatte der Iran einen US-StĂŒtzpunkt im Irak mit Raketen angegriffen, nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump den mĂ€chtigen General Ghassem Soleimani, Kommandeur der Auslandseinheit der Revolutionsgarden, töten lieĂ. Bereits damals standen beide LĂ€nder am Rande eines Kriegs.
Seit der Islamischen Revolution 1979 gelten die USA als Erzfeind der iranischen FĂŒhrung. Noch im selben Jahr besetzten Studenten die US-Botschaft in Teheran, was damals zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen fĂŒhrte. Viele Millionen Iraner wĂŒnschen sich hingegen bessere Beziehungen zum Westen und lehnen die StaatsfĂŒhrung seit Jahrzehnten ab.

