Iran und Pakistan stÀrken Sicherheits- und Wirtschaftskooperation
22.04.2024 - 13:29:45Beim ersten Amtsbesuch des iranischen PrĂ€sidenten Ebrahim Raisi in der sĂŒdasiatischen Atommacht unterzeichneten am Montag Regierungsvertreter beider LĂ€nder insgesamt acht AbsichtserklĂ€rungen. Kooperationen wurden unter anderem in den Bereichen der Sicherheit, Wirtschaft, Kultur und Justiz vereinbart, wie es im pakistanischen Staatsfernsehen hieĂ.
Raisi lobte bei dem Besuch Pakistans Bevölkerung fĂŒr ihre Haltung im Gaza-Konflikt. "Sie haben den Islam und die islamischen Werte immer verteidigt", sagte der PrĂ€sident bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem pakistanischen MinisterprĂ€sidenten Shehbaz Sharif. Sharif dankte seinerseits dem Iran fĂŒr dessen "entschlossene Haltung zu Gaza". Es sei an der Zeit, "die Beziehungen zwischen Pakistan und dem Iran zu stĂ€rken und unsere gemeinsame Grenze zu einer Drehscheibe fĂŒr Handel und Wohlstand auszubauen", sagte Sharif.
Die Beziehungen beider LĂ€nder hatten sich jĂŒngst dramatisch abgekĂŒhlt, nachdem Irans Revolutionsgarden Stellungen militanter Extremisten auf pakistanischen Boden mit Raketen beschossen hatten. Die Armee des Nachbarlandes reagierte mit LuftschlĂ€gen. Teheran war daraufhin um Deeskalation bemĂŒht. Auch Raisi, der von einer hochrangigen Delegation begleitet wird, dĂŒrfte eine Versöhnung mit dem Nachbarn anstreben.
Zu den wichtigsten Wirtschaftsthemen der NachbarlĂ€nder gehört ein Projekt fĂŒr eine Gaspipeline. Die PlĂ€ne fĂŒr das Energieprojekt reichen bis in die 1990er Jahre zurĂŒck. Mit der geplanten mehr als 2500 Kilometer langen Pipeline will Teheran Gas nach Pakistan exportieren. Die Infrastruktur im Iran wurde bereits fertiggestellt, auf pakistanischer Seite wegen internationaler Sanktionen gegen Teheran in der Vergangenheit jedoch auf Eis gelegt.
Wegen Sanktionen ist der Iran vom internationalen Finanzsystem abgeschnitten. Hintergrund ist das umstrittene iranische Atomprogramm. Vor allem die USA und Israel werfen Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. Der Iran bestreitet dies und betont, Kernenergie nur fĂŒr zivile Zwecke zu nutzen. Unter der Regierung des erzkonservativen PrĂ€sidenten Raisi hat Teheran in den vergangenen Jahren seine Beziehungen zu NachbarlĂ€ndern in der Region, aber auch zu China und Russland ausgebaut.

