Iran, IAEA-Chef

Iran will IAEA-Chef Grossi empfangen

01.09.2024 - 15:07:52

Der Iran will nach Angaben seines Atomchefs erstmals seit Monaten den Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) empfangen.

"Die Vertreter beider Seiten haben diesbezĂŒglich bereits GesprĂ€che gefĂŒhrt und sobald das Programm koordiniert ist, kann Rafael Grossi gerne in den Iran reisen", sagte der Chef der iranischen Atomorganisation Mohammef Eslami. Bei dem Besuch kĂ€me es auch zu einem ersten GesprĂ€ch zwischen Grossi und dem neuen, als moderat geltenden PrĂ€sidenten Massud Peseschkian. Das Datum des Grossi-Besuchs steht Eslami zufolge noch nicht fest. Die IAEA Ă€ußerte sich zu einem solchen Besuch auf Anfrage zunĂ€chst nicht.

Der Iran hatte sich 2015 in einem Abkommen verpflichtet, sein Atomprogramm drastisch einzuschrĂ€nken. Im Gegenzug sollten westliche Sanktionen aufgehoben werden. Doch der damalige US-PrĂ€sident Donald Trump stieg 2018 aus dem Pakt aus. Der Iran fuhr seine Atomanlagen daraufhin wieder hoch und schrĂ€nkte die Zusammenarbeit mit der IAEA ein. Neue Sanktionen fĂŒhrten das Land in eine massive Wirtschaftskrise.

Noch vor wenigen Tagen hatte Grossi sich besorgt ĂŒber die Zunahme an hoch angereichertem Uran im Iran gezeigt. Zudem beklagte er, dass Teheran weiter nicht mit der Atombehörde ĂŒber offene Fragen zu vergangenen geheimen Nuklear-AktivitĂ€ten rede. Seit der Wahl Peseschkians Anfang Juli seien keine GesprĂ€che zustande gekommen. Außerdem lasse Teheran erfahrene IAEA-Inspektoren nicht ins Land.

Peseschkian hatte im Wahlkampf betont, dass er die Atomverhandlungen mit dem Westen wieder aufnehmen wolle, um so die internationalen Sanktionen gegen sein Land aufzuheben. Ein Grossi-Besuch in Teheran könnte Beobachtern zufolge der erste Schritt in diese Richtung sein. Peseschkian plant zudem, Ende September an der UN-Vollversammlung in New York teilzunehmen.

Eslami sagte nun nach Angaben der Tageszeitung "Hamshahri": "Die IAEA-Überwachungen werden durchgefĂŒhrt und auch die Anzahl der IAEA-Inspekteure wurde erhöht." Nur entscheide der Iran, welche Inspekteure ins Land kommen und lasse sich nicht unter Druck setzen.

@ dpa.de