Netanjahu sagt Zivilisten in Rafah sicheren Korridor zu
11.02.2024 - 16:02:26"Wir sind in dieser Sache nicht leichtsinnig", sagte Netanjahu in einem Interview des US-Senders "ABC News", aus dem der Sender in der Nacht zum Sonntag vorab in AuszĂŒgen berichtete. Man werde der Zivilbevölkerung einen "sicheren Korridor gewĂ€hren, damit sie das Gebiet verlassen kann". Auf die Frage, wohin die weit mehr als eine Million PalĂ€stinenser in der an Ăgypten angrenzenden Stadt gehen sollen, sagte Netanjahu demnach, dass man "einen detaillierten Plan" ausarbeite. Das ganze Interview sollte nach den Angaben des Senders am Sonntagnachmittag (MEZ) ausgestrahlt werden.
Die US-Regierung und die deutsche AuĂenministerin Annalena Baerbock hatten sich in den vergangenen Tagen deutlich gegen ein militĂ€risches Vorgehen in Rafah ausgesprochen. "Wir glauben, dass eine MilitĂ€roperation zum jetzigen Zeitpunkt eine Katastrophe fĂŒr diese Menschen wĂ€re", sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Donnerstag. "Wir wĂŒrden das nicht unterstĂŒtzen." Auch UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres warnte vor einer humanitĂ€ren Katastrophe und Folgen fĂŒr die gesamte Region. Die HĂ€lfte der Bevölkerung des Gazastreifens sei in Rafah zusammengepfercht und könne nirgendwo anders hin, schrieb er auf der Online-Plattform X, vormals Twitter.
Ăgypten befĂŒrchtet, dass ein massiver MilitĂ€reinsatz in Rafah zu einem Ansturm verzweifelter PalĂ€stinenser auf die Ă€gyptische Halbinsel Sinai fĂŒhren könnte. Netanjahu hatte am Freitag der Armee seines Landes den Befehl erteilt, eine Offensive auf Rafah vorzubereiten. "Es ist unmöglich, das Kriegsziel der Eliminierung der Hamas zu erreichen, wenn vier Hamas-Bataillone in Rafah verbleiben", teilte er laut seines BĂŒros mit. Die PlĂ€ne der MilitĂ€rfĂŒhrung mĂŒssten auch die Evakuierung der Zivilisten beinhalten. Der Sieg sei "in Reichweite", sagte er nun "ABC News". "Wir werden es tun. Wir werden die verbleibenden Hamas-Terrorbataillone in Rafah, der letzten Bastion, erwischen", sagte Netanjahu.
Auslöser des Gaza-Krieges war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober im SĂŒden Israels verĂŒbt hatten. Auf israelischer Seite wurden dabei mehr als 1200 Menschen getötet. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive.

