Chinas Exporte deutlich gesunken
12.04.2024 - 10:44:47 | dpa.de
Chinas AuĂenhandel hat nach Erholungszeichen zu Jahresbeginn und positiveren Signalen aus der Industrie im MĂ€rz wieder nachgelassen.
Wie die Zollbehörde in Peking mitteilte, sanken die Exporte verglichen mit dem Vorjahresmonat deutlich um 7,5 Prozent auf umgerechnet knapp 280 Milliarden US-Dollar (rund 262,2 Milliarden Euro). Die Importe gingen den Angaben zufolge um 1,9 Prozent auf etwa 221 Milliarden US-Dollar zurĂŒck. Analysten hatten den ExportrĂŒckgang geringer erwartet und bei den Importen sogar mit einem Plus gerechnet.Â
Handel mit Deutschland schwach
Der Handel mit Deutschland erfuhr im Vergleich zu MĂ€rz 2023 ebenfalls einen RĂŒcksetzer. Die Exporte brachen in US-Dollarangaben um 12,4 Prozent und die Importe um 13,7 Prozent ein. Dieselbe Entwicklung zeigte sich beim chinesischen AuĂenhandel mit den USA und der EU. Wenn Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an diesem Sonntag in China zu seinem dreitĂ€gigen Besuch ankommt, dĂŒrfte das Thema Handel und Wirtschaft ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Â
Die deutsche Regierungskoalition hatte sich im Sommer vergangenen Jahres auf eine China-Strategie geeinigt. Darin hieĂ es unter anderem, dass die Bundesrepublik ihre AbhĂ€ngigkeiten in kritischen Bereichen von China reduzieren will. Peking sieht die deutschen Bestrebungen dagegen kritisch. Zwar sanken Importe und Exporte Deutschlands aus und nach China mittlerweile, doch viele in China tĂ€tige Unternehmen aus der Bundesrepublik sind vom chinesischen Markt abhĂ€ngig - wie etwa die Autoindustrie.Â
SchwÀche der chinesischen Wirtschaft als Risiko
Immer wieder wird darauf verwiesen, dass eine SchwĂ€che der chinesischen Wirtschaft auch Risiken fĂŒr andere LĂ€nder mit sich bringe. Zuletzt hatten positivere Signale aus der Industrie im Reich der Mitte Hoffnung gemacht, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verbessern könnte - der Einkaufsmanagerindex fĂŒr das produzierende Gewerbe deutete nach LĂ€ngerem wieder auf Expansion hin. Zudem schlug die AuĂenhandelsbilanz fĂŒr Januar und Februar die Analysten-Erwartungen. Der Wert der chinesischen Exporte stieg im Vorjahresvergleich um 7,1 Prozent auf umgerechnet 528 Milliarden US-Dollar (rund 484 Milliarden Euro). Die Importe legten um 3,5 Prozent auf rund 125 Milliarden US-Dollar zu.
Im gesamten ersten Quartal stiegen Chinas Ein- und Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um je 1,5 Prozent. Auch beim Handel mit dem Nachbarland Russland zeigte die Statistik eine positive Bilanz fĂŒr diesen Zeitraum mit 2,6 Prozent plus bei den Exporten und 7,3 Prozent Zuwachs bei den Importen.Â
RĂŒckblick auf 2023 und Wachstumsziel 2024
Im vergangenen Jahr hatte die exportgetriebene chinesische Wirtschaft mit einem RĂŒckgang um 4,6 Prozent einen deutlichen Einbruch bei den Ausfuhren verzeichnet. Zudem importierte die zweitgröĂte Volkswirtschaft der Welt ĂŒber das gesamte Jahr gesehen 5,5 Prozent weniger. Chinas Regierung peilt 2024 ein Wirtschaftswachstum von rund fĂŒnf Prozent an.Â
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