Deutschland, Europa

McKinsey: Europa hat billionenschwere InvestitionslĂŒcke

20.01.2026 - 16:00:06

Der Kontinent droht gegenĂŒber den USA und China zurĂŒckzufallen, warnt die Unternehmensberatung. Sie hat konkrete Empfehlungen, wie Europa zurĂŒck auf den Wachstumspfad kommen kann.

Um Europa zu mehr Wirtschaftswachstum zu verhelfen, sind nach EinschÀtzung der Unternehmensberatung McKinsey billionenschwere Investitionen und mehr herausragende Firmen nötig. Das zeigt eine neue Analyse von McKinsey, die heute auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt werden soll.

Habe der frĂŒhere EZB-PrĂ€sident Mario Draghi 2024 in seinem vielzitierten Bericht zur WettbewerbsfĂ€higkeit der EU den jĂ€hrlichen Investitionsbedarf auf 800 Milliarden Euro beziffert, liege die Summe nun um die HĂ€lfte höher: Stattdessen seien jĂ€hrlich 1,2 Billionen Euro öffentliche und private Investitionen ĂŒber die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre nötig, schreibt McKinsey mit Verweis auf jĂŒngste SchĂ€tzungen. Grund sei steigende RĂŒstungsausgaben.

McKinsey: Nur wenige Unternehmen treiben das Wachstum

Untersuchungen des McKinsey Global Institute zeigten, dass das nationale ProduktivitĂ€tswachstum auf wenige ambitionierte Unternehmen zurĂŒckgehe. Bei einer Stichprobe habe man herausgefunden, dass mehr als zwei Drittel des ProduktivitĂ€tswachstums in den USA zwischen 2011 und 2019 von 44 herausragenden Unternehmen getragen wurde. Übertragen auf Deutschland waren demnach 13 herausragende Firmen fĂŒr zwei Drittel des ProduktivitĂ€tswachstums verantwortlich.

Um die Wirtschaft anzukurbeln und gegenĂŒber den USA und China aufzuholen, mĂŒsse Europa nicht nur ambitionierte Unternehmen – darunter potenzielle Zukunftsfirmen in der Wachstumsphase – stĂ€rker fördern. In den vergangenen fĂŒnf Jahren hĂ€tten US-Unternehmen 2 Billionen Euro mehr in digitale Technologien investiert als die europĂ€ische Konkurrenz. Und in traditionellen Fertigungsindustrien investiere China dreimal so viel wie Europa. 

Europa droht lange Flaute

McKinsey zĂ€hlt zehn Handlungsfelder fĂŒr den öffentlichen Sektor auf, darunter ein radikal vereinfachter Rechtsrahmen in der EU fĂŒr innovative Firmen («28th Regime») und eine investitionsfreundliche Haltung bei Übernahmen in Europa. Auch könnten Regierungen als Großkunden neue MĂ€rkte und Einnahmequellen erschließen.

Unternehmen mĂŒssten mutig handeln und fĂŒnf strategische Schritte ergreifen, darunter der Ausbau der produktivsten GeschĂ€ftsmodelle oder Technologien, die Verlagerung der Portfolios hin zu den produktivsten und wachstumsstĂ€rksten GeschĂ€ftsbereichen und der Aufbau von GrĂ¶ĂŸenvorteilen.

Europa drohe ein weiteres Jahrzehnt mit einem schwachen Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent, warnt McKinsey. Das sei aber keinesfalls unvermeidlich. So hĂ€tten die auslĂ€ndischen Direktinvestitionen in Europa deutlich angezogen und Finanzinvestoren Milliardeninvestitionen zugesagt. Wenn Unternehmen unterstĂŒtzt vom öffentlichen Sektor darauf aufbauten und bei Investitionen mit ihren US-Pendants gleichzögen, könne Europa das Wachstum verdoppeln.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

VW und Stellantis: «Made in Europe» soll Branche stĂ€rken Mehr Jobs, mehr Innovation: VW und Stellantis wollen mit einem EU-Label die Autoindustrie fit fĂŒr die Zukunft machen. (Wirtschaft, 05.02.2026 - 00:10) weiterlesen...

Merz: Europa muss dringend eigenstĂ€ndiger werden. Was er konkret fĂŒr Wirtschaft, Verteidigung und Technologie verlangt. Der Kanzler fordert die EuropĂ€er auf, angesichts neuer Machtspiele und Unsicherheiten eigene StĂ€rke zu zeigen. (Politik, 02.02.2026 - 19:54) weiterlesen...

RĂŒckruf von Babynahrung: EU-Behörde schaltet sich ein. In einer Zutat könnte ein Toxin enthalten sein. Die EU-Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit schaltet sich ein. In mehreren LĂ€ndern werden vorsorglich bestimmte SĂ€uglingsnahrung zurĂŒckgerufen. (Wissenschaft, 02.02.2026 - 13:36) weiterlesen...

Gold-Hunger noch grĂ¶ĂŸer: DHB-Team als Mitfavorit zur Heim-WM. Der RĂŒckstand auf DĂ€nemarks Überflieger wird kleiner. Das schönste Kompliment kommt von Welthandballer Gidsel. Mit der Silbermedaille um den Hals blicken Deutschlands Handballer auf die Heim-WM 2027. (Sport, 02.02.2026 - 08:49) weiterlesen...

Kein EM-Coup: EnttĂ€uschte Silber-Handballer trotzdem stolz. Im Endspiel ist DĂ€nemark wie schon bei Olympia zu stark. Bei der Heim-WM soll es anders laufen. Die deutschen Handballer können sich nach 2004 und 2016 nicht ein drittes Mal zum Europameister kĂŒren. (Politik, 01.02.2026 - 19:57) weiterlesen...

Deutsche Handballer verlieren EM-Finale (Politik, 01.02.2026 - 19:37) weiterlesen...