Bayer, Niederlage

Bayer kassiert nÀchste Niederlage vor Gericht

15.01.2025 - 11:00:11 | dpa.de

Der Konzern hat in den USA mal wieder einen Rechtsstreit verloren. Insgesamt 100 Millionen US-Dollar muss Bayer vier KlÀgern zahlen. Ein wegweisender Berufungsprozess steht noch bevor.

Wie der milliardenschwere Streit rund um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat sind die PCB-Verfahren ein teures Erbe des 2018 ĂŒbernommenen US-Saatgutkonzerns Monsanto. (Archivbild) - Foto: Fabian Sommer/dpa
Wie der milliardenschwere Streit rund um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat sind die PCB-Verfahren ein teures Erbe des 2018 ĂŒbernommenen US-Saatgutkonzerns Monsanto. (Archivbild) - Foto: Fabian Sommer/dpa

Bayer hat in den USA einen weiteren Gerichtsstreit um angebliche Gesundheitsfolgen der seit Jahrzehnten verbotenen Chemikalie PCB verloren. Die Geschworenen-Jury habe im Fall Rose bei 11 von 15 KlĂ€gern zugunsten des Unternehmens entschieden, betonte der Pharma- und Agrarchemiekonzern zwar in einer Mitteilung. Gleichwohl ist die Niederlage ein weiterer RĂŒckschlag im BemĂŒhen des Konzerns, die PCB-Streitigkeiten vom Tisch zu bekommen.

Bayer-Aktienkurs gab moderat nach

Die Geschworenen sprachen den vier ĂŒbrigen KlĂ€gern insgesamt 25 Millionen US-Dollar Schadenersatz sowie 75 Millionen Dollar Strafschadenersatz zu. Wichtiger als dieser Fall und wegweisend fĂŒr die gesamte Causa wird aber ein PCB-Berufungsprozess, der im Februar beginnen soll.

Bayer kĂŒndigte an, das Urteil fĂŒr die ĂŒbrigen vier KlĂ€ger anzufechten, «um eine Aufhebung oder zumindest eine Reduktion des Schadenersatzes zu erreichen». Blutproben und Lufttests hĂ€tten gezeigt, dass es kaum PCB-Belastung gegeben habe. In dem Fall ging es erneut um angebliche GesundheitsschĂ€den durch PCB im SchulgebĂ€ude Sky Valley Education Center (SVEC). Die KlĂ€ger machten den Stoff unter anderem fĂŒr HirnschĂ€den verantwortlich.

1979 wurde die Chemikalie in den USA verboten

Die PCB-Verfahren sind – wie der milliardenschwere Streit rund um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat – ein teures Erbe des US-Saatgutkonzerns Monsanto. Diesen hatte Bayer 2018 ĂŒbernommen. 

Monsanto wird vorgeworfen, jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe verschwiegen zu haben. Das Unternehmen hatte das Mittel, das etwa als BrandschutzflĂŒssigkeit in vielen ElektrogerĂ€ten und Baumaterialien verwendet worden war, bis 1977 hergestellt. 1979 wurde die Chemikalie in den USA verboten.

Bayer will weiterhin die Kosten fĂŒr die PCB-Rechtsstreitigkeiten von ehemaligen Kunden erstattet bekommen. Ein Großteil der Abnehmer habe Monsanto von der Haftung freigestellt, um im Gegenzug in den 1970ern weiterhin PCB zu erhalten. Eine entsprechende Klage lĂ€uft.

Drei Lehrern 185 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen

Die Blicke richten sich bereits auf einen PCB-Berufungsprozess, der im Februar vor dem obersten Gericht des Bundesstaates Washington, dem Washington Supreme Court, beginnen soll. Auch in diesem Fall geht es um eine angebliche PCB-Belastung im Sky Valley Education Center. Ein Berufungsgericht hatte im Mai des vergangenen Jahres zunÀchst ein Urteil aus dem Jahr 2021 aufgehoben. Dieses hatte drei Lehrern Schadenersatz in Höhe von insgesamt 185 Millionen Dollar (168,5 Millionen Euro) zugesprochen.

Im Herbst entschied dann aber der Washington Supreme Court, sich der Sache anzunehmen. Sollte das Gericht zugunsten von Bayer entscheiden, könnte dies die potenzielle Haftung von mehr als einer Milliarde Dollar aus anderen PCB-FĂ€llen verringern, sagte Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan unlĂ€ngst. Eine Entscheidung sei frĂŒhestens Mitte des Jahres zu erwarten, das Verfahren könnte sich aber auch bis zu zwölf Monate ziehen.

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