Siemens, Gewinnsprung

Siemens startet mit Gewinnsprung ins GeschÀftsjahr

08.02.2024 - 11:49:23

Der MĂŒnchner Technologiekonzern hat vor der Hauptversammlung starke Quartalszahlen vorgelegt und die Jahresprognose bekrĂ€ftigt. In einem Kernbereich gibt es allerdings Bremsspuren.

Der Technologiekonzern Siemens ist mit mehr Umsatz und Gewinn in das neue GeschĂ€ftsjahr gestartet. Die Industrieautomatisierung lief zwar schlechter als im Vorjahresquartal, weil Kundinnen und Kunden angesichts der trĂ€gen Konjunktur LagerbestĂ€nde abbauten. Aber ein starkes GeschĂ€ft mit Software, GebĂ€udetechnik und ZĂŒgen konnte das mehr als ausgleichen. Unter dem Strich blieb ein Anstieg des Quartalsgewinns um 56 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, wie Siemens mitteilte.

Dazu trug auch eine halbe Milliarde Euro aus dem Verkauf von Siemens-Energy-Anteilen an den eigenen Pensionsfonds bei. Damit hĂ€lt Siemens nur noch 17,1 Prozent an dem angeschlagenen Energietechnikunternehmen. Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal des Siemens-GeschĂ€ftsjahrs 2023/24 um zwei Prozent auf 18,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte ebenfalls um zwei Prozent auf 22,3 Milliarden Euro zu. Ein Viertel davon entfiel auf die relativ kleine Zugsparte, die zwei GroßauftrĂ€ge aus Österreich verbuchte.

Der Auftragsbestand von Siemens sei mit 113 Milliarden Euro auf einem Allzeithoch, sagte Vorstandschef Roland Busch und bestĂ€tigte die Jahresprognose: Umsatz und Gewinn des vergangenen Rekordjahres sollen ĂŒbertroffen werden. Die AktionĂ€re, die am Vormittag zur virtuellen Hauptversammlung in MĂŒnchen geladen waren, können eine Erhöhung der Dividende um 45 Cent auf 4,70 Euro je Aktie erwarten.

Bereich Industrieautomation schwÀchelt

Bremsspuren zeigten sich in der Industrieautomation. Das SoftwaregeschĂ€ft lief zwar stĂ€rker, aber der Umsatz des Bereichs Digital Industries ging zurĂŒck, der Auftragseingang brach um fast ein Drittel ein auf 4,0 Milliarden Euro, das Ergebnis fiel um 20 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro. Finanzvorstand Ralf Thomas erklĂ€rte, das trĂ€ge wirtschaftliche Umfeld belaste den Auftragseingang bei der Automatisierung. Vor allem die Maschinenbau-Kunden investierten weniger. LagerbestĂ€nde wĂŒrden abgebaut. In China könnte sich das bis in die zweite JahreshĂ€lfte hinziehen.

Neue Höchstwerte bei der smarten GebÀudetechnik

Besser lief es im zweiten KerngeschÀft, dem Bereich smarte GebÀudetechnik. Steigende Nachfrage etwa nach Rechenzentren und im Bereich Energieverteilung half, den konjunkturellen Gegenwind bei den kurz zyklischen GeschÀften auszugleichen. Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro, der Auftragseingang legte leicht zu auf 5,8 Milliarden Euro. Mit einem Ergebniszuwachs um 26 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro und einer Ergebnismarge von 18,3 Prozent vom Umsatz erreichte dieser Bereich neue Höchstwerte.

Erfolgreiche Zugsparte

Auch in der relativ kleinen Zugsparte lief es im ersten Quartal sehr gut. Die Abarbeitung des Auftragsbestands bei ZĂŒgen und in der Bahninfrastruktur und ein starkes ServicegeschĂ€ft ließen den Umsatz um 12 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro steigen. Das Ergebnis legte um 29 Prozent auf 251 Millionen Euro zu, und die Marge kletterte auf - im Wettbewerbsvergleich starke - 9,3 Prozent.

WĂŒnschen mancher Investoren, Siemens solle sich stĂ€rker fokussieren und die Zugsparte oder die Medizintechnik verkaufen, begegnete Vorstandschef Busch zurĂŒckhaltend. Es gebe Synergien, und es sei vorteilhaft, Technologie auf breiter Basis zu skalieren, sagte er. «Alle unsere GeschĂ€fte spielen in der Champions League.»

@ dpa.de