Erst EU, dann vielleicht Nato: Merz dÀmpft Kiews Hoffnungen
09.05.2025 - 15:26:10 | dpa.de"Die Ukraine hat eine Beitrittsperspektive in die EuropĂ€ische Union. Die wird zeitlich sicherlich vor dem Nato-Beitritt liegen - wenn der denn dann eines Tages zustande kommen sollte", sagte der CDU-Politiker bei seinem Antrittsbesuch im Nato-Hauptquartier in BrĂŒssel.
Zugleich machte er deutlich, dass die Ukraine in der Lage sein mĂŒsse, selbst ĂŒber ihren Weg zu entscheiden. "Die Ukraine ist und muss souverĂ€n bleiben in der Entscheidung ĂŒber ihre Zugehörigkeit zu politischen und militĂ€rischen BĂŒndnissen."
Zu zeitlichen Perspektiven Ă€uĂerte sich Merz nicht. Auch mit einem EU-Beitritt der Ukraine wird derzeit frĂŒhestens zu Beginn des nĂ€chsten Jahrzehnts gerechnet.
Trump-Regierung lehnt Nato-Beitritt der Ukraine ab
Die Nato-Beitrittsperspektive fĂŒr die Ukraine ist in der Allianz ein hochumstrittenes Thema. Zuletzt hatte die US-Regierung von PrĂ€sident Donald Trump deutlich gemacht, dass die Ukraine aus ihrer Sicht ihre Ambitionen auf einen Nato-Beitritt aufgeben sollte, um ein Ende des russischen Angriffskriegs zu ermöglichen. Zahlreiche andere Nato-Staaten lehnen solche ZugestĂ€ndnisse an Russland kategorisch ab. Noch im vergangenen Jahr hatte die Nato der Ukraine bei einem Gipfel in Washington zugesichert, ihr Pfad zur Mitgliedschaft sei unumkehrbar.
Eine Einigung auf eine formelle Einladung zum Beitritt war allerdings auch da schon nicht möglich gewesen - unter anderem wegen des Widerstandes von Merz-VorgĂ€nger Olaf Scholz (SPD). Am Ende wurde betont, dass eine formelle Einladung zum Beitritt erst ausgesprochen werden kann, wenn alle Alliierten zustimmen und alle Aufnahmebedingungen erfĂŒllt sind. Dazu zĂ€hlen Reformen im Bereich der Demokratie und der Wirtschaft sowie des Sicherheitssektors.
Nato-GeneralsekretÀr Mark Rutte betonte bei der Pressekonferenz mit Merz zu dem Thema, dass es nie eine Vereinbarung gegeben habe, dass der Nato-Beitritt der Ukraine Teil eines möglichen Friedensabkommens mit Russland werde. Demnach könnte er sogar darin ausgeschlossen werden, wenn die Ukraine dies freiwillig akzeptieren sollte.
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