Wirtschaftsnobelpreis, Nobelpreis

Wer erhĂ€lt den Wirtschaftsnobelpreis? - Ökonomen tippen

13.10.2024 - 04:30:36

Der Nobelpreis fĂŒr Wirtschaftswissenschaften beendet die jĂ€hrliche Runde der prestigetrĂ€chtigen Auszeichnungen. Die Auswahl erfolgt streng geheim. Vorab kann nur gerĂ€tselt werden.

Wer hat sich in der Welt der Wirtschaftswissenschaften so verdient gemacht, dass er oder sie einen Nobelpreis verdient? FĂŒhrende Ökonomen in Deutschland haben klare Favoriten.

Daron Acemoglu

Der in den USA lehrende Daron Acemoglu zeigt mit seiner Forschung, wie wichtig gesellschaftliche Institutionen fĂŒr den Wohlstand eines Landes sind. «Ich denke, vor dem Hintergrund der Bedeutung der Debatte ĂŒber technologischen Wandel ist die Zeit fĂŒr Daron Acemoglu gekommen», meint Moritz Schularick, PrĂ€sident des Kiel Instituts fĂŒr Weltwirtschaft. 

Auch Marcel Fratzscher, PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung, hĂ€lt Acemoglu fĂŒr einen wĂŒrdigen PreistrĂ€ger. Der Autor und Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeige durch seine Arbeit, «welch große Bedeutung Institutionen nicht nur fĂŒr eine Volkswirtschaft haben, sondern wie entscheidend sie auch fĂŒr die Demokratie sind». 

Andrei Shleifer

Fratzscher nennt neben Acemoglu auch Andrei Shleifer als Favoriten. Der vielzitierte Ökonom forscht an der Harvard University und hat ebenfalls mehrere BĂŒcher veröffentlicht - unter anderem zu Russland. «Die beiden Ökonomen verbinden wichtige Bereiche der Sozialwissenschaften und können die SchwĂ€chung westlicher Demokratien der vergangenen Jahrzehnte erklĂ€ren helfen», meint Fratzscher mit Blick auf Shleifer und Acemoglu.

Janet Currie

Janet Currie forscht ebenfalls in den USA - und zwar an der Princeton University. Sie ist die Favoritin von Clemens Fuest, dem PrĂ€sidenten des Ifo-Instituts. Fuest lobt Currie «fĂŒr ihre bahnbrechenden Forschungen zum Zusammenhang zwischen Wirtschaft, der Entwicklung von Kindern und mentaler Gesundheit». Dabei geht es auch um sozioökonomische Unterschiede beim Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Versicherungen.

Bislang ein deutscher PreistrÀger

Der Wirtschaftsnobelpreis ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf das Testament von Dynamit-Erfinder und Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) zurĂŒckgeht. Er wird seit Ende der 1960er Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet und zĂ€hlt somit streng genommen nicht zu den klassischen Nobelpreisen. Trotzdem wird er gemeinsam mit den weiteren Auszeichnungen an Nobels Todestag, dem 10. Dezember, feierlich ĂŒberreicht.

Einziger deutscher WirtschaftsnobelpreistrĂ€ger ist bislang der Bonner Wissenschaftler Reinhard Selten gewesen. Er erhielt die Auszeichnung 1994 gemeinsam mit John Nash und John Harsanyi fĂŒr ihre wegweisenden BeitrĂ€ge zur nichtkooperativen Spieltheorie.

@ dpa.de