Deutschland, Preis

Inflation auf höchstem Stand seit Anfang 2024

10.04.2026 - 08:32:14 | dpa.de

Der Ölpreisschock im MĂ€rz hat die Teuerungsrate in Deutschland sprunghaft nach oben getrieben. Wie geht es weiter mit der Inflation nach der inzwischen verkĂŒndeten Waffenruhe im Nahen Osten?

  • Die KĂ€mpfe im Nahen Osten haben die Spritpreise im MĂ€rz deutlich anziehen lassen. (Archivbild) - Foto: Michael Brandt/dpa
  • Autofahrer spĂŒren die PreissprĂŒnge im Geldbeutel. (Symbolbild) - Foto: Philip Dulian/dpa
  • Lebensmittel haben sich im MĂ€rz moderat verteuert. (Symbolbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
Die KĂ€mpfe im Nahen Osten haben die Spritpreise im MĂ€rz deutlich anziehen lassen. (Archivbild) - Foto: Michael Brandt/dpa Autofahrer spĂŒren die PreissprĂŒnge im Geldbeutel. (Symbolbild) - Foto: Philip Dulian/dpa Lebensmittel haben sich im MĂ€rz moderat verteuert. (Symbolbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland im MĂ€rz sprunghaft verteuert. Massiv gestiegene Energiepreise katapultierten die Inflationsrate mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt vorlĂ€ufige Berechnungen bestĂ€tigt. Im Februar hatten die Verbraucherpreise um 1,9 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.

Erstmals seit Dezember 2023 verteuerte sich Energie - und zwar krĂ€ftig: Die Preise fĂŒr Haushaltsenergie und Kraftstoffe lagen im MĂ€rz den Angaben zufolge um 7,2 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. «Die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich fĂŒr die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert», sagt die PrĂ€sidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand.

An der Spitze lagen die jahresbezogenen Preissteigerungen fĂŒr leichtes Heizöl (+44,4 Prozent) und Kraftstoffe (+20,0 Prozent). Literpreise von mehr als zwei Euro sind seit Wochen die Regel an Deutschlands Tankstellen. Daran hat bisher auch die seit dem 1. April geltende 12-Uhr-Regel nichts geĂ€ndert, die Tankstellen Preiserhöhungen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, erlaubt. Auch Gas und Strom haben sich fĂŒr Neukunden zuletzt deutlich verteuert, blieben aber noch unter den hohen Vorjahreswerten. 

Waffenruhe macht Hoffnung 

Hoffnung, dass die höheren Energiekosten nicht in dem Maße wie befĂŒrchtet auf andere Preise hierzulande durchschlagen werden, macht die kurz nach Ostern verkĂŒndete Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe. 

In diesem Zuge hatte der Iran auch ein Ende der Blockade der fĂŒr den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge Straße von Hormus angekĂŒndigt. Öl verbilligte sich in der Folge an den WeltmĂ€rkten deutlich.

Solange der Konflikt im Nahen Osten nicht endgĂŒltig gelöst ist, bleibt jedoch Unsicherheit. Volkswirte hatten im MĂ€rz fĂŒr April einen weiteren Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland vorhergesagt. Mit Beginn der Reisesaison könnten sich etwa Flugtickets und Pauschalreisen verteuern.

Lebensmittelpreise ziehen nicht mehr so stark an

Ökonomen hatten davor gewarnt, dass sich im Falle eines lĂ€ngeren Krieges der Energiepreisschock in der Breite der Wirtschaft niederschlagen dĂŒrfte: Steigende Produktions- und Transportkosten könnten unter anderem die Preise fĂŒr Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen steigen lassen.

Im MĂ€rz schwĂ€chte sich der Preisauftrieb bei Lebensmitteln etwas ab. Nach Angaben des Bundesamtes mussten Verbraucherinnen und Verbraucher fĂŒr Nahrungsmittel durchschnittlich 0,9 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Merklich teurer als vor einem Jahr waren aber zum Beispiel Schokolade (+9,6 Prozent) oder Eier (+14,8 Prozent). 

Dienstleistungen wie Restaurantbesuche, die in den vergangenen Monaten die grĂ¶ĂŸten Preistreiber waren, verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut um 3,2 Prozent. Von Februar auf MĂ€rz des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 1,1 Prozent.

Bei vielen Haushalten ist schon jetzt das Geld knapp

Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich die Menschen fĂŒr einen Euro leisten. In einer Yougov-Umfrage im Auftrag der Postbank gab im MĂ€rz jeder Achte (12,8 Prozent) der 2.028 befragten Erwachsenen an, kaum noch die laufenden Kosten fĂŒr das tĂ€gliche Leben aufbringen zu können. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2.500 Euro sagt dies sogar fast jeder vierte Befragte (23,5 Prozent). Die Sorge vor einer neuen Preiswelle ist groß.

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