Nagel, Rente

Nagel stellt Rente mit 69 in Aussicht

23.03.2024 - 08:00:10

Der PrĂ€sident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, hat sich fĂŒr eine VerlĂ€ngerung der Lebensarbeitszeit ausgesprochen.

"Wenn wir lĂ€nger leben, sollte auch das Rentenalter nach einem festen SchlĂŒssel steigen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). "HĂ€lt man das VerhĂ€ltnis von Rentenjahren zu Arbeitsjahren konstant, könnte das Rentenalter dann bis 2070 nach und nach auf 69 Jahre steigen." Auf diese Weise ließe sich der FachkrĂ€ftemangel lindern und das langfristige Wachstum stĂŒtzen. Nagel stellte dementsprechend die Rente mit 63 infrage: "Wir haben einen Mangel an ArbeitskrĂ€ften, und der wird sich demografisch verschĂ€rfen", sagte er.

"Die ZwĂ€nge werden grĂ¶ĂŸer, wenn wir den frĂŒhzeitigen Ruhestand fördern." Der WĂ€hrungshĂŒter betonte: "Wenn die Lebenserwartung steigt, mĂŒssen die Menschen lĂ€nger arbeiten, nicht kĂŒrzer." Zudem sprach sich Nagel fĂŒr eine Lockerung der Schuldenbremse aus. Zwar leiste diese einen bedeutsamen Beitrag zu soliden Staatsfinanzen. "Aber wir könnten uns in bestimmten Phasen auch etwas höhere Defizite leisten, ohne die StabilitĂ€t zu gefĂ€hrden." Das sei gegeben, wenn die staatliche Schuldenquote unter 60 Prozent der Wirtschaftsleistung liege. "Die zusĂ€tzlichen SpielrĂ€ume können dann fĂŒr Zukunftsinvestitionen genutzt werden", sagte der BundesbankprĂ€sident. "Ich kann mir daher unter bestimmten Voraussetzungen eine moderate Reform der Schuldenbremse vorstellen." Nagel rief auch dazu auf, alle Ausgaben zu ĂŒberprĂŒfen - "ob im Sozialetat oder in anderen Haushaltsbereichen". Möglicherweise könne man auch "die eine oder andere Subvention einsparen".

@ dts-nachrichtenagentur.de