ADAC-PrÀsident will Preistransparenz an LadesÀulen
12.02.2025 - 06:36:13"Dann wĂŒrden E-Autofahrer auch mal spontan, wenn es gerade gĂŒnstig ist, zum Laden fahren." GrundsĂ€tzlich fordert der PrĂ€sident von Europas gröĂtem MobilitĂ€tsclub mehr VerlĂ€sslichkeit in Bezug auf die Ladepreise an öffentlichen Ladestationen. Bislang sehe er jedoch noch groĂe Unsicherheitsfaktoren. "Der Ladepreis fĂŒr den Strom ist viel zu hoch und wird absehbar auch eher nicht sinken. Die Politik muss alles dafĂŒr tun, dass die Ladestrompreise fĂŒr Verbraucher gĂŒnstiger werden", sagte Reinicke. Helfen könnten dem ADAC-PrĂ€sidenten zufolge eine sogenannte Markttransparenzstelle, wie es sie auch bei Spritpreisen gibt. Angesiedelt ist sie beim Bundeskartellamt. Verbraucher können sich so zum Beispiel per App jederzeit ĂŒber die Kraftstoffpreise informieren. "Das ist ein einfaches Instrument, das Verbraucher kennen. Und das wĂŒrde automatisch zu einem Wettbewerb unter den Anbietern und auch zu gĂŒnstigeren Ladepreisen fĂŒhren", so Reinicke. Einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox zufolge war das Aufladen eines Elektroautos an einer öffentlichen Ladestelle im ersten Halbjahr 2024 bis zu 79 Prozent teurer als das Stromtanken an der heimischen Wallbox. Der durchschnittliche Haushalts-Strompreis lag bei 35,96 Cent/kWh. Bei öffentlichen LadesĂ€ulen lag der durchschnittliche Kilowattstundenpreis bei 54,25 Cent/kWh (normale Aufladung mit Wechselstrom) beziehungsweise bei 64,44 Cent/kWh (Schnellladung mit Gleichstrom). Mit Blick auf den Ausbau des Ladenetzes mahnte der FunktionĂ€r schnellere Fortschritte an. Man dĂŒrfe aber auch nichts Unmögliches verlangen. Gut ist der Ausbauzustand Reinicke zufolge an Autobahnen, aber zum Beispiel in MehrfamilienhĂ€usern habe man groĂe Probleme. "Da höre ich zum Teil von Angeboten, wo Wohnungsbesitzer monatlich 50 bis 75 Euro an die Stadtwerke zahlen sollen - nur, um die Möglichkeit zu haben, laden zu können. Da sind die Strompreise noch nicht eingerechnet", sagte er. Das rechne sich einfach nicht. "Nur aus KlimaschutzgrĂŒnden werden sich Verbraucher kein E-Auto kaufen, zumal dann nicht, wenn sowohl der Anschaffungspreis als auch der Betrieb im Zweifel teuer ist." In Deutschland waren im vergangenen Jahr die Zulassungszahlen von Elektroautos massiv eingebrochen. Auch, weil die Ampel-Koalition zum Jahreswechsel 2023/2024 wegen Haushaltslöchern die Förderung strich. ADAC-PrĂ€sident Reinicke kritisierte das massiv: "VerlĂ€sslichkeit und Vertrauen in politisches Handeln sind wichtig. Und dann so eine KaufprĂ€mie mal eben ĂŒbers Wochenende aufzukĂŒndigen, war ein schwerer Fehler. Das darf nicht noch einmal passieren", sagte er. Stattdessen mĂŒsse die Politik muss dafĂŒr sorgen, dass ein klares, planbares und voraussehbares Umfeld geschaffen werde, indem ElektromobilitĂ€t in den Markt kommen könne. VorschlĂ€ge aus Wahlprogrammen der Parteien wie eine LadeprĂ€mie oder einen steuerlichen Vorteil beim Kauf eines Elektroautos lehnt Reinicke unterdessen ab. "Wenn ich kein Geld habe, kann ich nicht auch noch SteuervergĂŒnstigungen versprechen, die ich möglicherweise nicht halten kann oder wieder abkĂŒndigen muss", so der ADAC-PrĂ€sident. Die Politik mĂŒsse dafĂŒr sorgen, dass das System dauerhaft funktioniere. "Das bedeutet, verlĂ€ssliche Ladeinfrastruktur in der FlĂ€che zu schaffen, aber auch VerlĂ€sslichkeit in Bezug auf die Preise", sagte Reinicke.


